New Testament . Virtual Manuscript Room
Die Minuskel 1630 aus dem Kloster der Großen Laura (Berg Athos) überliefert eindrucksvoll die Ordnung der Lesungen im Kirchenjahr. In der Orthodoxen Kirche sind die Sonntagsperikopen der göttlichen Liturgie festgesetzt. Das Typikon ist ein liturgisches Buch, welches den zeitlichen Ablauf und die Abfolge der liturgischen Vorgänge für jeden Tag im Kirchenjahr bestimmt. Dabei werden die verschiedenen Gottesdienste des Tages dargestellt, welchem Ton die Gesänge folgen müssen, die Hymnen selbst und die Lesungen (Evangelium und Apostel). Weiterhin wird auf den Gebrauch der anderen liturgischen Bücher hingewiesen. Das Typikon orientiert sich am Ostertermin. Genau so wie es im Orthodoxen Kirchenjahr einen beweglichen und einen unbeweglichen Zyklus der Feste gibt, rotieren auch die Abläufe, die im Typikon vorgeschrieben sind. Die Lesungen sind auf die jeweilige Periode des Kirchenjahres bzw. des Gedenken eines bestimmten Heiligen bezogen. Ausgangspunkt der Lesungen als auch der beweglichen Feiertage ist der Ostertermin. Im Folgenden werden die Lesungen in der Reihenfolge ihres Vorkommens in der Handschrift beschrieben.
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In der nachösterlichen Zeit, die mit der Auferstehungsnacht beginnt und bis Pfingsten sieben Wochen andauert, wird bis auf drei Ausnahmen aus dem Johannesevangelium gelesen. Diese Zeit ist besonders von der Herrlichkeit des auferstandenen Christus geprägt. Dies zeigt auch die Johannesperikope (Joh 1,1-17), die in der Osternacht vorgelesen wird. Die Orthodoxe Kirche hat diese Stelle gewählt, da sie am eindrucksvollsten zeigt wie nach kirchlicher Lehre Gott Mensch wurde, auf Erden lehrte und durch die Auferstehung uns von den Folgen der Sünde befreite. Dementsprechend ist auch die Stimmung während der sieben Wochen. Die Orthodoxen Christen begrüßen sich in dieser Zeit mit dem Ostergruß "Christus ist auferstanden - Wahrlich ist er auferstanden -". In der Handschrift werden deswegen die Lesungen der Πεντηκοστη (Pfingstzeit) als erstes aufgelistet (Bilder 00060-00100 im NT.VMR, Beispiel: 00060).
Ab dem 14. September wird bis zum Samstag vor Aschermittwoch aus dem Lukasevangelium vorgelesen (Bilder 00210-00330 im NT.VMR, Beispiel: 00210). In dieser sogenannten Vorfasten-Zeit werden die Gläubigen auf das bevorstehende Fasten, also die Zeit der Demut, vorbereitet. Die Perikope des Pharisäers und des Zöllners und die Perikope des barmherzigen Vaters sollen noch ein letztes Mal auf das Vermeiden der Kaltherzigkeit hinweisen und die Güte Gottes betonen.
Weiter unten im Index der Minuskel 1630 sind auf den Bildern 00330-00340 im NT.VMR (Beispiel: 00330) Lesungen aus dem Markusevangelium aufgelistet. Es handelt sich hierbei um die Lesungen an den Samstagen und Sonntagen der Fastenzeit bis zum Samstag vor Palmsonntag. Es werden speziell "Predigten" Jesu gelesen, die auf die Erlösung der Seele gedeutet werden. Wobei das Leugnen des eigenen ICHs eine vorrangige Stelle einnimmt.
Die Lesungen der großen Woche (Karwoche) werden auf dem Bild 00350 dargestellt. Dabei folgen die Lesungen der Reihenfolge des Evangeliums. Christus tritt am Palmsonntag in Jerusalem ein. (Joh 12, 1-18). Am großen Montag wird der Verfluchung des Feigenbaums (Mt 21,18-43) durch Jesus und Joseph dem Sohn Jakobs gedacht. Joseph war jener der seinen Brüdern verzieh und sie vor dem sicheren Tod bewahrte, obwohl diese ihn Jahre zuvor an Sklavenhändler verkauften. Am großen Dienstag wird besonders in dem Gleichnis Mt 25 der klugen und törichten Jungfrauen gedacht. Dieses Gleichnis Jesu deutet auf das Endgericht hin und ruft die Menschen dazu auf wachsam zu sein, wenn der Bräutigam kommt. Am großen Mittwoch wird der Frau gedacht, die Jesus gesalbt hat. In ihrer Handlung wird dem Evangelium Ausdruck verliehen. Die Salbung als Symbol für das Begräbnis, also den Kreuzestod wird dadurch auch Bestandteil des Evangeliums. Am Gründonnerstag wird der Fußwaschung Christi, dem Abendmahl, dem Gebet Jesu im Garten Getsemani und dem Verrat durch Judas gedacht. Am Karfreitag finden 12 Lesungen statt, die das Leiden Christi und seinen Kreuzestod beschreiben. In der Handschrift 1630 sind diese auf den Bildern 00360-00370 im NT.VMR (Beispiel: 00360) aufgelistet. Unabhängig von den anderen Lesungen an diesem Tag, werden in der Liste die Lesungen der letzen Stunden Jesu am Kreuz aufgelistet, die am Karfreitag im Abendgottesdienst vorgetragen werden.
Am großen Samstag wird der Abnahme des Leibes Christi vom Kreuz durch Joseph von Arimathäa, seiner Hadesfahrt und der Auffindung des Leeren Grabes gedacht. Diese Lesungen sind auf dem Bild 00370 unten und auf 00380 aufgelistet. Sie werden als Evangelien der Morgendämmerung ("Εωθινα Ευαγγελια") bezeichnet. Es sind jene Lesungen, die von dem Auffinden des leeren Grabes in der Frühe des Tages handeln. Diese elf Lesungen werden im ganzen Jahr, mit nur wenigen Ausnahmen, beim Morgengebet gelesen, das zumindest in den Gebieten, die durch die Tradition des früheren römischen Ostreiches geprägt sind, vor der Eucharistiefeier stattfindet. Somit schließt sich der Zyklus und mit Ostersonntag, dessen Gottesdienst meist in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfindet, beginnt wieder der Kreis der Lesungen von neuem. Man muss jedoch auch betonen, dass sich die Gottesdienste in der Großen Woche jeweils um einen halben Tag nach vorne verschieben. In der Orthodoxen Kirche beginnt ein liturgischer Tag mit der Vesper (Abendgottesdienst). In der Karwoche findet jedoch am Abend schon der Morgengottesdienst statt. So ist es nicht verwunderlich, dass Karfreitag praktisch schon am Donnerstagabend beginnt.
Der in der Handschrift 1630 folgende Index von Lesungen (Bilder 00390-00410, Beispiel: 00390) beinhaltet Lesungen zu verschiedenen Anlässen, wie z.B. der Einweihung einer Kirche, Krankensalbung oder auch zur Beschwichtigung einer Naturkatastrophe. Die Bilder 00410-00540 im NT.VMR (Beispiel: 00410) listen Lesungen von besonders wichtigen Festen und Heiligentagen auf, und zwar mit dem 1. September, dem Anfang der Indiktion, beginnend. Die Indiktion war für die Römer ein 15-jähriger Zyklus, in dem immer am 1. September die Steuer eingetrieben wurde. Im östlichen Teil des römischen Imperiums begann ein neues Indiktions-Jahr immer mit dem 1. September. Im Menologion, welches zwölfteilig ist (ein Buch für jeden Monat), sind alle Feste und Heiligentage und die dazu gehörigen Lektionen aufgelistet. Die hier vorliegende Handschrift listet jedoch nur die wichtigsten Feiertage auf. Trotzdem werden diese der Reihenfolge nach in den jeweiligen Monaten eingeordnet.
Abschließend muss man sagen, dass der Index der Lesungen in der Handschrift 1630, des Laura-Klosters, sehr ausführlich ist, da er auch Lesungen der Wochentage enthält. Darüber hinaus wird der Tag der Lesung genannt und der Anfang und das Ende einer Lesung. Das hier veranschaulichte System der Lektionen beansprucht jedoch keine Allgemeingültigkeit. Jede Autokephale Kirche, sogar jedes Kloster, soweit es autonom ist, kann eine eigene Reihenfolge von Lesungen befolgen. Da jedoch die Tradition der Kirche als Maß genommen wird und diese letzten Endes für die Ordnung und die logische Abfolge der Lesungen verantwortlich ist, gibt es heutzutage keine großen Differenzen mehr. Das Typikon und somit auch die Lesungen für die griechisch-orthodoxe Kirche hier in Deutschland werden von der Synode des Ökumenischen Patriarchates in Konstantinopel beschlossen und abgesegnet.
Im Rahmen des Akademieprojekts "Novum Testamentum Graecum - Editio Critica Maior"
wird im INTF derzeit die kritische Edition der Apostelgeschichte vorbereitet.
Ein vorläufiges Exzerpt aus dem kritischen Apparat der Acta wurde jetzt auf der Seite des
INTF publiziert.
Alle 184 griechischen Handschriften, die der im Entstehen begriffenen kritischen Edition
der Acta zugrundeliegen werden, sind auch in dem jetzt veröffentlichten Exzerpt berücksichtigt,
soweit sie in den darin enthaltenen Abschnitten Text bieten.
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Der vorläufige Apparat enthält Teile aus Apg 10-12 und 15-17. Damit entspricht er dem Umfang nach jenem Anteil des Acta-Textes, der in Papyrus 127 (P.Oxy. 4968) erhalten ist. Dieser textgeschichtliche aufschlussreiche Papyrus des 5. Jh.s wurde von D.C. Parker und S.R. Pickering ediert und 2009 erstmals publiziert (The Oxyrhynchus Papyri, Bd. 74, S. 1-45).
Das Exzerpt ergänzt damit eine Publikation von G. Gäbel, die ebenfalls aus der Arbeit am kritischen Apparat der Acta hervorgegangen ist: "The Text of P127 (P.Oxy. 4968) and Its Relationship with the Text of Codex Bezae", publiziert in Novum Testamentum 53, 2011, 107-152 (online hier).
Digitale Bilder von P127 sind hier im NT.VMR zugänglich; eine Transkription des Papyrus und zahlreicher weiterer Zeugen der Acta findet sich in New Testament Transcripts
Das "Heilige Kloster" L(e)imonos bei Kalloniki auf Lesbos präsentiert seit einiger Zeit eine digitale Bibliothek im Netz. Ein Teil dieser digitalen Bibliothek umfasst griechische Handschriften. Von den insgesamt 28 Handschriften des Klosters, die in der Liste neutestamentlicher Handschriften geführt werden, sind 22 auf diese Weise zugänglich gemacht. Die entsprechenden Verknüpfungen wurden jetzt in der Liste des INTF hergestellt, so dass man direkt über die Gregory-Aland-Nummer zum entsprechenden Angebot gelangt (Beispiel: Minuskel 1156). Es handelt sich dabei um eine Handschriftenbeschreibung (unter dem Link "Catalogue" zu erreichen) in englischer Sprache und um farbige Aufnahmen der Handschrift in einer großen pdf-Datei (unter dem Link "Images" zu erreichen), die heruntergeladen werden kann.
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Beim Vergleich der Katalogeinträge mit den Angaben in der Liste des INTF fallen verschiedene Diskrepanzen auf, denen im Einzelnen noch nachgegangen werden muss. Es zeigt sich jedoch schon jetzt, dass es vorteilhaft wäre, die Liste zu erweitern, so dass etwa unterschiedliche Datierungen und Folienzählungen (mit jeweiliger Quellenangabe) verzeichnet werden können. Es darf ja nicht übersehen werden, dass Handschriften und ihre Beschreibungen sich im Laufe der Zeit ändern können, weil Blätter verloren gehen und Datierungen aufgrund neu erschlossener Parameter anders ausfallen. Auf diese Weise könnte die Liste zu einem historischen Gedächtnis der Handschriften und ihrer Beschreibungen werden, die aus Momentaufnahmen der jeweiligen Handschriften zum Zeitpunkt der jeweiligen Beschreibung bestehen.
Ein Beispiel für neu erschlossene Parameter, die zu einer anderen Datierung führen, findet sich bei der Handschrift lect 2056. Dieses Objekt wird in der Liste dem 14. Jh. zugewiesen, während es die im Katalogeintrag der Digital Library beschriebenen Wasserzeichen nahelegen, die Handschrift in die erste Hälfte des 16. Jh. zu datieren.
Eine besonders interessante Diskrepanz zwischen der Verzeichnung in der Liste und der Beschreibung im Online-Katalog findet sich zum Objekt mit der Gregory-Aland-Nummer 2682 (Ms. Lesbiacus Leimonos 360). Laut Listenverzeichnis handelt es sich dabei um eine Minuskel, also um eine Handschrift, die den biblischen Text fortlaufend bietet. Im Online-Katalog hingegen wird die Handschrift als "Gospel Lectionary" beschrieben, was eigentlich einen Eintrag in der Kategorie Lektionare (lect) erforderlich gemacht hätte. Erhalten ist eine Lage (8 Folien) mit fortlaufendem Text von Joh 9,7 bis 11,14. Im Text sind Anfang und Ende eines Abschnittes mit roter Tinte markiert, am Rand daneben findet sich eine Identifizierung des Abschnittes und am oberen Rand eine Perikopeneinleitung, ebenfalls in roter Tinte, die für den liturgischen Gebrauch genutzt werden können.
Für einen Überblick über die Handschriften des Leimonos Klosters wählen Sie in der Liste unter der Rubrik "Select a manuscript by Institution" den Eintrag "Kalloni Limonos, Lesbos" aus.
Edgar Johnson Goodspeed (1871-1962) unterrichtete biblisches und patristisches Griechisch an der Universität in Chicago, ab 1923 war er dort Professor für Neues Testament und Frühchristliche Literatur. Sein Interesse galt der Entdeckung und dem Erwerb von unbekannten und noch nicht beschriebenen neutestamentlichen Handschriften.
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Im Laufe seines akademischen Lebens baute er an der Universität von Chicago eine bedeutende Sammlung griechischer,
syrischer, äthiopischer, armenischer, arabischer und lateinischer Handschriften auf. Um seine Verdienste zu ehren,
wurde die Sammlung neutestamentlicher Handschriften 1948 als "The Goodspeed Manuscript Collection" benannt.
Insgesamt werden heute 68
Handschriften vom 5.−19. Jahrhundert gelistet, darunter 41 griechische neutestamentliche Handschriften. Nicht mitgezählt ist dabei eine besondere
"Handschrift": ein "Talisman" mit Miniaturen der Evangelisten und den
Evangelienanfängen (Ms. 125).
Alle 41 Handschriften sind inhaltlich erschlossen, 19 Handschriften mittlerweile neu digitalisiert. Zur
Bildpräsentation wurde die Zoomify Technik eingesetzt. Beschreibungen und Bilder sind als externe
Links in der Handschriftenliste gelistet. Um eine Übersicht über die Handschriften der Goodspeed
Sammlung zu gewinnen, wählen Sie in der Handschriftenliste unter "select a manuscript by Institution":
University Library, Chicago/Ill.
Weiterführende Links:
Biographie
Literatur von Edgar Goodspeed in der Bibliothek des INTF
Die Handschriftenliste ist nun mit Bildinformationen angereichert. Es ist aus allen Listenaufzählungen ersichtlich, welche Handschriften mit Bildern im NT.VMR vorhanden sind und/oder externe Bildlinks haben. Zu den Listenaufzählungen gehört die Suche nach Land, Stadt und Institution, aber auch die Suche nach den Gruppen "Papyri, Majuskeln, Minuskeln und Lektionaren (select a manuscript by Obj-ID)". Wer wissen möchte, für welche Handschriften Bilder online vorhanden sind, wählt "select all manuscripts with images".
Um die Bilder anzusehen, klickt man in den Listen auf "details". Die Bilder im NT.VMR sind durch einen Klick auf die Symbole
oder
erreichbar, die extern verlinkten Bilder durch einen Klick auf "extern1".
Wir bitten alle Nutzer des NT.VMR, die externe Bildlinks kennen, die in der Handschriftenliste noch nicht zugänglich sind, uns dies per mail mitzuteilen!
Im Jahre 1452 gründete Malatesta Novello die nach ihm benannte Bibliothek. Die Biblioteca Malatestiana in Cesena/Italien besitzt heute 343 Handschriften, darunter drei neutestamentliche Lektionare: l1911, l1912 und l1913. Im Jahre 2002 feierte die Bibliothek ihren 550. Geburtstag, veröffentlichte einen elektronischen Handschriftenkatalog und begann mit der Digitalisierung ihrer Handschriften.
Die Katalogdaten aller drei Handschriften sind in der Handschriftenliste verlinkt und als pdf-Datei aufrufbar. Das Lektionar l1911 (Signatur D.XXVII.4) aus dem 12. Jh. ist digitalisiert und im NT.VMR einsehbar. Die Signatur D.XXIX.2 ist ein Kodex, der mehrere Handschriften enthält, u.a. das unvollständig erhaltene Lektionar l1912 (XII. Jh.) und wenige Blätter des Lektionars l1913 (XIV. Jh.).
In der Handschriftenliste konnte man bislang nach der Gregory-Aland-Nummer (GA-number), der davon abgeleiteten object-identity-number (Object-ID) und nach ehemaligen Gregory-Aland-Nummern (former GA) browsen. Neu hinzu gekommen sind nun das Browsen der Handschriften nach Land, Ort und besitzende Institution. Länder, Orte und Institutionen sind in den entsprechenden drop-down Listen alphabetisch sortiert. Angezeigt werden in einer Liste die wichtigsten Metadaten. Ein Link führt zu Informationen über die besitzende Institution und zu den vollständigen Metadaten einer Handschrift.
Klicken sie oben rechts auf "List", um die Handschriftenliste zu öffnen
Abschließend sei noch auf einen weiteren Befund aufmerksam gemacht, der ebenfalls eine Grauzone darstellt, an deren Erhellung nur punktuell und mit überdurchschnittlich großem Aufwand gearbeitet werden kann. Die Rede ist von Palimpsesten, d.h. von Handschriftenteilen, deren ursprünglicher Text abgewaschen und mit einem anderen Text neu beschrieben wurde.
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Der bekannteste Fall im Neuen Testament ist die Handschrift Paris, Bibliothèque Nationale Gr. 9. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Traktaten des syrischen Kirchenvaters Ephraem in griechischer Übersetzung - oberflächlich betrachtet. Für die Herstellung dieser Handschrift wurden viele Blätter einer griechischen Bibelhandschrift (AT und NT) abgewaschen und neu beschrieben. Der abgewaschene Teil der neutestamentlichen Blätter wird als C 04 in der Liste geführt.
Es ist darum im Grunde auch nicht verwunderlich, dass es palimpsestierte Handschriften gibt, bei denen neutestamentlicher Text abgewaschen und mit neutestamentlichem Text überschrieben wurde! Eine solche Handschrift ist im Bibelmuseum in Münster unter der Nummer 1 zu besichtigen. Blätter einer Evangelienhandschrift aus dem 8. Jahrhundert (0233) wurden abgewaschen und mit einem Lektionartext überschrieben, der durch eine Schreibernotiz in das Jahr 1247 datiert werden kann. Dieses Lektionar taucht darum folgerichtig ebenfalls in der Liste, und zwar mit der Nummer l1684, auf.
Palimpseste sind nicht nur deshalb besonders arbeitsintensiv, weil der untere Text in der Regel schwer zu lesen ist. Sie sind vor allem auch oft schwer zu entdecken. Ein konkretes Beispiel mag dies illustrieren. Als ein Team des Center for the Study of New Testament Manuscripts (CSNTM, Dallas) im May 2009 Handschriften des Bibelmuseums fotografierten, entdeckten sie während der Arbeit an l2137, dass insgesamt 12 Blätter der Handschrift palimpsestiert sind und ursprünglich Teil eines anderen Lektionars waren. Diese Blätter fielen auf, weil das Team mittlerweile aus Erfahrung auf derartige Fälle vorbereitet ist und UV-Licht zur Hand hat, um einem Verdacht sofort nachgehen zu können. Als das CSNTM die selbe Handschrift im Jahre 2003 fotografierte, waren diese Blätter noch nicht aufgefallen. Es fehlte damals schlicht die Erfahrung und die technische Ausrüstung.
Es ist deshalb davon auszugehen, dass es eine Dunkelziffer unerkannter palimpsestierter Blätter als Teile anderer Handschriften gibt, deren genaues Ausmaß wir erst nach und nach besser kennen lernen werden. Es versteht sich von selbst, dass dem Aufwand beim Auffinden solcher Blätter ein noch größerer Aufwand bei der Entzifferung und beim Abgleich mit anderen Handschriften entspricht. Palimpsestierte Blätter werden selbstverständlich dem Format der neuen Handschrift angepasst und verlieren so die normalen Kennziffern (Blattgröße, Zeilenzahl), die für die Indentifizierung von neu aufgefundenen Blättern mit schon bekannten Handschriftenteilen benutzt werden; sie müssen oft mühsam rekonstruiert werden oder sind für immer verloren.
Schließlich gibt es noch Reste von Handschriften, die zur Verstärkung von Handschrifteneinbänden eingearbeitet wurden. Entweder sind sie mit bloßem Auge zu erkennen - wenn man weiß, wonach man sucht. Oder sie werden beim Restaurieren von Handschriften durch die Restauratoren entdeckt und der Handschriftenabteilung nebst der restaurierten Handschrift zurück gegeben. Jede Bibliothek hat eine Sammlung solcher Einbandfragmente, die oft nicht identifiziert sind. Schöne Beispiele für solchermaßen wiederverwertete Handschriften des griechischen Neuen Testaments finden sich in der De Hamel Collection (Cambridge), die in der Liste unter den Nummern 0311, 0312, 0313, 0314 und 0315 geführt werden.
Es stellt sich allerdings die Frage, wie viele weitere Fragmente noch unentziffert in Sammlungen oder mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Handschriften- oder Bucheinbänden schlummern.
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Nachdem wir uns vorher darüber beklagt hatten, dass Handschriften aus finanziellen und anderen Interessen zerteilt und diese Teile in alle Welt verstreut wurden, mutet es nun reichlich bizarr an, dass hier der "Zerteilung" von Handschriften im Bestand der Liste das Wort geredet werden soll. Was ist damit gemeint? Und warum ist eine solche Zerteilung nötig?
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Zunächst einmal ist damit nicht gemeint, dass wir dazu aufrufen, Handschriften wortwörtlich in Stücke zu schneiden. Es ist vielmehr so, dass Handschriften schon in der Vergangenheit aus mehreren Teilen von ursprünglich selbständigen Handschriften zusammengebunden wurden. Das wurde etwa gemacht, um mehrere unvollständige Handschriften, die in einzelnen Lagen in einer Bibliothek vorhanden waren, durch Zusammenbinden bequemer aufbewahren zu können. Beispiel für eine solche Sammlung von Blättern verschiedener Herkunft ist die Handschrift Athos, Panteleimonos 97a, die selbst Teil einer Sammelhandschrift größeren Umfangs ist. Der neutestamentliche Teil dieses Objektes wurde ursprünglich insgesamt unter der Nummer 1674 geführt. Jetzt sind auch diese wenigen Blätter insgesamt auf vier verschiedene Handschriften (1674, 2825, 2826, 2827) verteilt.
Das spätere Zusammenführen von Handschriften konnte aber auch unternommen werden, um ein vollständigeres Neues Testament zu erhalten. Es kam beispielsweise gar nicht so selten vor, dass neutestamentliche Handschriften, die nur die Evangelien oder die Paulusbriefe oder die Apostelgeschichte mit den Katholischen Briefe oder irgendeine Kombination dieser Teile enthielten, nachträglich um die Johannesapokalypse erweitert wurden. Dies geschah zum Beispiel mit einer Evangelienhandschrift, die heute in Cambridge aufbewahrt wird und auf das Jahr 1297 datiert ist (60). Die letzten 21 Folien mit dem Text der Apokalypse stammen jedoch von anderer Hand und sind später zu datieren. Dieser Teil der Handschrift wird darum in der Liste unter der Nummer 2821 geführt.
Es gibt weitere Objekte, bei denen der Verdacht ebenfalls besteht und die noch "zerteilt" werden müssten. Allerdings ist dabei immer auch die Frage zu bedenken, ob es sich in jedem Fall um zwei oder mehr ursprünglich selbständige Handschriften handelte oder ob hier eine Handschrift bewusst supplementiert wurde, und zwar so, dass angenommen werden muss, die ergänzten Blätter hätten keine eigene Existenz als Teil einer anderen selbständigen Handschrift geführt. Die erste Lage des Johannesevangeliums in der berühmten Handschrift W 032 etwa stammt von anderer Hand und entspricht in Blattzahl und Textbestand genau dem in der ursprünglichen Handschrift fehlenden Teil. Da dieser Teil sehr wahrscheinlich kein Eigenleben unabhängig vom "Eingebundensein" in W 032 hatte, wird ihm auch keine eigene GA-Nummer zugeteilt (U. Schmid, Reassessing the Palaeography and Codicology of the Freer Gospel Manuscript link). So weit, so gut!
Es gibt jedoch auch den Fall der noch berühmteren Handschrift B 03, die im 15. Jahrhundert supplementiert wurde, und zwar erkennbar so, dass angenommen werden muss, die ergänzten Blätter waren niemals Teil einer anderen selbständigen Handschrift. In diesem Fall jedoch wird das Supplement schon vor Gregory mit einer eigenständigen Nummer versehen und damit in der Handschriftenliste gezählt. Es ist sicher richtig festzuhalten, dass in der Frage der Supplemente und der sekundär aus bestehenden Handschriften zusammengebundenen Kompendien oder Sammelhandschriften nicht konsistent verfahren wurde. Das kann wohl auch nicht anders, wenn man bedenkt, wie sich Erkenntnisse zu Handschriften erst im Laufe der Zeit ausbildeten und die Maßstäbe bei der Beurteilung vergleichbar gelagerter Fälle über die Generationen hinweg in Bewegung waren. Mit anderen Worten: Wir stellen hier eine Grauzone fest, die im Rahmen der hier erfolgenden momentanen Bestandsaufnahme nicht ausgeleuchtet werden kann.
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Im sogenannten "Imaging Project" wurden in den Jahren 1995-2000 ausgewählte Handschriften von verschiedenen Institutionen, die mit der Universität Oxford verbunden sind, digitalisiert. Die Digitalisate sind über die Webseite "Early Manuscripts at Oxford University" zu erreichen. Unter den etwa 80 eingestellten Handschriften befinden sich auch zwei der drei neutestamentlichen Handschriften, die das Magdalen College in Oxford besitzt (P64, 57, 1907). Die beiden Minuskeln 57 und 1907 sind nun im NT.VMR eingestellt.
Gehen Sie zum Öffnen der Handschriften nach einem der beiden Möglichkeiten vor:
Nachdem wir nun viele Fälle kennengelernt haben, die die Anzahl der vergebenen Handschriftennummern reduzieren, kommen wir nun zu Fällen, die die Anzahl der Handschriften in der Liste erhöhen oder jedenfalls zu erhöhen scheinen. Dabei denken wir nicht an neu aufgefundene und erstmals in die Liste aufgenommene Handschriften, sondern an Objekte im Bestand, die zukünftig sachlich anders geführt werden.
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Zunächst einmal gibt es Handschriften in der Liste, die seit Gregorys Zeiten dazu gehören, ohne je eine Nummer erhalten zu haben. Dabei handelt es sich um Objekte, die schon bei der Registrierung als Kopien von anderen bekannten Handschriften angesehen wurden. Gregory hatte diese Objekte ursprünglich mit der Nummer der Handschriften versehen, als deren Kopien sie betrachtet wurden und dahinter ein kleines "a" und später ein hochgestelltes "abs" gesetzt; neben der 9 gab es also auch eine 9a bzw. 9abs. Dadurch, dass Gregory für diese "Abschriften" keine eigene Nummern vergab, liefen sie gleichsam außer der Reihe mit, ohne zählbaren Eindruck zu hinterlassen.
Diese Verzeichnungsweise überzeugt auch aus anderen Gründen nicht. Denn in ihr vermischen sich Anliegen, die nicht vermischt werden sollten. Zum einen besteht das Anliegen, die Handschriften des griechischen Neuen Testaments zu erfassen und zu sammeln. Und zum anderen gibt es das gleichfalls legitime Anliegen, Informationen über die Verwertbarkeit von Handschriften für eine kritische Ausgabe des Neuen Testaments festzuhalten. Nach den Regeln der modernen Textkritik (Paul Maas [link Wikipedia]) hat aber eine Handschrift, deren genaue Vorlage bekannt ist, keinen eigenen textlichen Wert und ist somit von einer kritische Ausgabe auszuschließen. Es ist jedoch nicht hilfreich, diese Regel schon bei der Erfassung der Handschriften anzuwenden, denn schließlich ist jede Handschrift von einer anderen Handschrift (oder aus einem Druck) abgeschrieben. Viele dieser Vorlage/Kopie-Verhältnisse sind nur nicht mehr erhalten, weil einer der beiden Teile fehlt oder aber noch nicht erkannt ist, weil wir die Objekte noch nicht genauer erforscht haben. Zudem kann es sogar sein, dass dieses Verhältnis im ersten Anlauf falsch bestimmt wurde oder nur für einen Teil (z.B. Evangelien) der Handschrift gilt, nicht aber für einen anderen (z.B. Apokalypse); ein instruktives Beispiel zu 205 und 205abs (jetzt 2886) findet sich in D.C. Parker (link), New Testament Manuscripts and Their Texts, Cambridge 2008, 138-140.
Es spricht also vieles dafür, die beiden skizzierten Anliegen getrennt zu halten und sich bei der Verzeichnung der Handschriften auf das Sammeln und Beschreiben zu konzentrieren. In der online verfügbaren Version der Handschriftenliste werden daher die elf Objekte (Konkordanz), die bislang als "Abschriften" ein Schattendasein gefristet haben, mit eigenen Nummern geführt, so dass sich die Zahl der griechischen Handschriften wiederum leicht erhöht.
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Die "Leuven Database of Ancient Books" (LDAB) ist Teil des interdisziplinären Portals "Trismegistos" (Tm). Dort werden papyrologische und epigraphische Quellen gelistet, die sich in etwa auf den Zeitraum 800 v.Chr. bis 800 n.Chr. beziehen.
Die LDAB listet nach eigenen Angaben (link) Basisinformationen zu literarischen Quellen, die vom 4.Jh. v.Chr bis 800 n.Chr. entstanden sind. Damit wird das literarische Schaffen ab der Zeit Homers (8.Jh. v.Chr.) bis zu Gregor dem Großen (6.Jh. n.Chr.) abgedeckt. Darunter finden sich auch zahlreiche neutestamentliche Handschriften. Die entsprechenden LDAB-Nummern der betreffenden Handschriften sind jetzt in die Handschriftenliste aufgenommen und verlinkt worden. Auf diese Weise stehen in der Handschriftenliste nun bei mehr als 320 Handschriften, darunter fast alle Papyri, die Einträge (insbesondere bibliographische Angaben) der LDAB zur Verfügung. Klicken Sie als Beispiel auf die Majuskel 023: am Ende der Seite finden Sie die blaue LDAB-Nummer als anklickbaren Link.
Nachdem wir nun auf das Problem der Dubletten aufmerksam geworden sind, bleibt eine letzte Frage zu betrachten: Was meint Aland (Fotokopie INTF) im Vorwort zu KGFL-1 mit "Zusammenführung bisher getrennt verzeichneter Handschriften …" (KGFL-1, S. 12)? Das Phänomen, um das es hier geht, ist dem bedauernswerten Umstand geschuldet, dass ursprüngliche Produktionseinheiten (Handschriften), sei es durch Gebrauch und "Recycling", puren Vandalismus oder unter monetärer Absicht, zerteilt werden und diese Teile eine eigene Geschichte bekommen.
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Der bekannteste und am besten dokumentierte Fall einer solchen Handschrift ist Codex Sinaiticus. Nachdem die Tischendorf seinerzeit im Katharinenkloster zugänglichen Blätter der Handschrift über Leipzig schließlich nach St. Petersburg gebracht wurden, kam es nach dem 1. Weltkrieg zu einem Verkauf des Kodex nach England (London). An allen drei zuletzt genannten Orten befinden sich jetzt noch Teile der Handschrift. Seit 1976 wissen wir, dass noch weitere Blätter in einem in Vergessenheit geratenen Raum im Katharinenkloster gefunden wurden. Seit Juli 2009 ist bekannt, dass noch mindestens ein weiteres Fragment im Einband einer anderen Handschrift der Klosterbibliothek erhalten ist.
Während wir an keiner Stelle der skizzierten Blattverluste der Handschrift direkte monetäre Absichten annehmen müssen, so legt sich dieser Verdacht in anderen Fällen durchaus nahe. Wie anders beispielsweise ist es zu erklären, dass eine Vielzahl insbesondere von koptischen Handschriften über mehrere Bibliotheken verstreut aufbewahrt werden. Das im Jahre 2008 mit großer medialer Anteilnahme publizierte koptische Judasevangelium ist nur ein Teil des so genannten Codex Tchacos (link Wikipedia), dessen Existenz seit den 1970iger Jahren bekannt war. Ein Teil der damals bekannten und beschriebenen Blätter der Handschrift ist immer noch nicht aufgetaucht.
Es nimmt darum auch nicht Wunder, dass viele der koptisch-griechischen Bilinguen auf mehrere Orte verteilt aufbewahrt werden. Blätter von GA 029 beispielsweise finden sich in New York (Pierpont Morgan Library), Paris (Bibliothèque Nationale) und Rom (Bibliotheca Vaticana). Blätter von GA 070 finden sich in London (British Library), Paris (Bibliothèque Nationale) und Wien (Österreichische Nationalbibliothek) jeweils unter mehreren verschiedenen Signaturen! Weitere Blätter der 070 finden sich noch in Oxford (Bodleian Library) und im Louvre in Paris. Eine ganze Reihe dieser verstreuten Blätter der 070 wurden zeitweise unter verschiedenen GA-Nummern geführt, und zwar als 0110 0124 0178 0179 0180 0190 0191 0193 und 0202. Nach der "Zusammenführung" (Aland) dieser getrennt verzeichneten Handschriften sind die genannten GA-Nummern, die Teil der 070 sind, zu streichen und aus der Gesamtzahl der griechischen Handschriften des Neuen Testaments heraus zu rechnen.
Aber nicht nur der schnöde Mammon, sondern auch Liebhaberei und genuines Interesse an Handschriften hat dazu geführt, dass Handschriften zerteilt wurden. So hat etwa der Kiever Erzbischof Porphyrius Uspenskij (link Wikipedia) (1804-1885) auf Reisen nach Jerusalem, auf den Athos und zum Sinai einerseits ganze Handschriften (z.B. GA 461) nach Russland (St. Petersburg) gebracht. Nicht selten jedoch waren es nur einige Blätter, die er aus den Handschriften entfernte und mitnahm. So gehören z.B. allein 20 Handschriftenfragmente in der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg zu Handschriften, die mehrheitlich aus Athos-Klöstern stammen. Für einen Teil davon ist es sicher, für andere sehr wahrscheinlich, dass sie durch Uspenskij "erworben" wurden. Alle 20 haben GA-Nummern erhalten (2149-58 und 2161-70), sind jedoch später wieder ihren ursprünglichen Objekten und deren GA-Nummern zugerechnet worden.
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R. Varteni Chétanian - Michael E. Stone, Deux pages d'un même manuscrit grec de l'évangile selon Jean dans deux manuscrits arméniens, REArm 30 (2005-2007) 419-432.
The authors present and discuss two folios from a "Gospel according to John" ms found in two different places. One has been used in the binding of a 12th century Armenian ms currently housed in Dublin (Chester Beatty 624). The other one is kept as a separate sheet in Yerevan (Matenadaran fragm. 15). Appended are two beautiful colour images of the rectos of the two folios.
In addition Matenadaran fragm. 15 is presented in the detailed "Catalogue des fragments et manuscripts grecs du Matenadaran d'Erevan Brepols: Turnhout 2008" by R. Varteni Chétanian, one of the two authors. On p. 227 of the said catalogue we find a colour photo of the verso of fragm. 15. We can therefore view and study three of the four pages written in two columns with 24 lines.
The Chester Beatty 624 folio contains text from John 16:27-17:9 and the Yerevan folio John 17:24-18:11. The authors conclude that the two folios not only come from the same manuscript but also from the same quire with exactly one folio missing in between. By way of comparison with "Harlfinger et alii, Specimina Sinaitica. Die datierten griechischen Handschriften des Katharinen-Klosters auf dem Berge Sinai 9. bis 12. Jahrhundert, Berlin, 1983" the folios are dated to the 9th century and assigned a "palestino-sinaïtique" origin.
From my perspective this analysis is sound and should be accepted. Moreover, the registration of the two folios in the Gregory-Aland list is also duly reported. The 2005/07 article, however, leaves room for possible misunderstandings, which I would like to address.
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The terminology that the authors use to denote the object appears to be slightly undecided as to whether we are dealing with a continuous text manuscript or a lectionary. The title of the article has l'évangile selon Jean suggesting that it might be a continuous text manuscript. This interpretation is supported by the descriptions of the objects that are found in the 2008 Catalogue. The "Index Thématique" (p. 215-6) distinguishes between "Lectionnaires" and, e.g., "Évangile de Jean", "... de Luc", etc. as if these are denoting different types of books, i.e. lectionaries versus continuous text mss. On one occasion, however, the authors refer to the object, that the two folios once were part of, as "sans doute un évangéliaire" (REArm 30, p. 429). This, as it appears, leaves room to interpret the original unit as a liturgical Gospel book, hence a lectionary. What kind of book are we dealing with? Consequently, in which GA-Liste category does it belong?
One feature on the recto of fragm. 15 should have settled the case easily. On the upper margin above the second column a rubricator placed ΕΥΑΓΓΕ(ΛΙΟΝ) Β and on the fifth line of the same column probably another rubricator placed ΕΚ Τ(ΟΥ) ΚΑ(ΤΑ) ΜΑΘΤ(ΑΙΟΝ) [sc. ΕΥΑΓΓΕΛΙΟΥ]. This is a standard lection header and the fifth line has been spared for this reference, which indicates that the object was designed as a lectionary. Moreover, line six and seven have the standard lectionary opening Τω καιρω εκεινω ... and the text is equipped with ekphonetic signs, usually also a clear indication of a lectionary. On the other hand, the text of the two complete and the one reconstructed folios carry continuous text from John 16 through to John 18. Moreover, the supposed lection header is clearly wrong as a lection header, because the text that follows is that of John 18. This oddity may have prompted the speculation of Gilles Dorival (as reported on p. 426-7, note 17) that this manuscript could have been a kind of ancient synopsis referencing parallel passages. This speculation, however, seems unwarranted, since the aforementioned wrong lectionary header is clearly in the right position, i.e. after ... και οι μαθηται αυτου (John 18:1) and before Τω καιρω εκεινω εξηλθεν ο ις και οι μαθηται αυτου ... (John 18:2 with lection opening). John 18:1 marks the ending of the first Gospel reading of the passion that covers all of John 13:31-18:1. John 18:2 starts the second, running through to John 18:28, hence the ΕΥΑΓΓΕ(ΛΙΟΝ) Β by the second rubricator. The incorrect reference to Matthew probably came from the third Gospel reading (Mt 26:57-75). Rubrications were normally added during a different stage in the work than the writing of the main text and can therefore attract their own mistakes. In other words, the two folios in all likelihood once belonged to a 9th century Gospel lectionary and will be counted among the lectionaries in the GA-Liste. Incidentally, when browsing the known uncial lectionaries and continuous text manuscripts from the 9th century, one encounters only one continuous text manuscript with the same layout (2 cols, 24 lines) and similar provenance ("palestino-sinaïtique"), i.e. 021, but at least six lectionaries, i.e. l178, l511, l808, l1082, l2234, l2413. In my view, this is additional circumstantial evidence that the two folios published by Chétanian / Stone may have belonged to a distinguishable group of lectionaries from the 9th century. Despite clear similarities with the mentioned lectionaries, the two folios do not belong to any of them. Hence, they represent another Greek Gospel uncial lectionary counted as l2450 in the GA-Liste.
Als Joseph Dacre Carlyle (link Wikipedia), ein britischer Orientalist, 1801 von einer ausgedehnten Reise, die ihn u.a. nach Palästina und Kleinasien führte, zurückkam, brachte er eine reiche Sammlung griechischer und syrischer Handschriften mit. Einige dieser Handschriften ließ Carlyle (teil-)kollationieren. Nach seinem frühen Tod im Jahre 1804 kamen die Handschriften und die Kollationen nach Lambeth Palace, wo sich die meisten Objekte heute noch befinden.
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Eine Gruppe von vier Handschriften (GA 487 488 1518 1522) jedoch konnte schon F.H.A. Scrivener in den 40iger und 50iger Jahren des 19. Jahrhunderts dort nicht mehr finden, so dass er in seinen beiden Publikationen "A full and exact collation of about twenty Greek manuscripts of the holy gospels" (Cambridge/London 1853, link archive.org) und "An Exact Transcript of the Codex Augiensis... to which is added a Full Collation of Fifty Mss. (…) with a critical introduction" (Cambridge/London 1859) jeweils nur die vorhandenen Kollationen der Handschriften abdrucken konnte. Über diese Publikationen Scriveners wurden die genannten Handschriften von Tischendorf und von Soden benutzt und von Gregory in seine Liste aufgenommen.
Bei Recherchen im Umfeld der griechischen Vorlage der Harklensis (HK-gr) im Bereich der Katholischen Briefe, die auf der Basis der Teststellenkollationen (Text und Textwert, 1987, link Amazon) unternommen wurden, stieß ich in den Jahren 1990/91auf GA 1890, deren Text in Jak und 1 Petr sehr weitgehend mit GA 2138 übereinstimmt. Im Rest der Katholischen Briefe bot sie dann den gewöhnlichen Mehrheitstext, so dass sie aufs Ganze dieses Textcorpus betrachtet nicht als ein besonders guter Zeuge der Gruppe HK-gr gelten kann.
Chr.-B. Amphoux ("La parenté textuelle du syh et du groupe 2138 dans l'épître de Jacques." Bib 62 (1981): 259-71) hatte schon 1981 auf der Basis der damals noch unveröffentlichten Teststellen des Jak GA 2138 zusammen mit GA 1890 und GA 1518 als eine eng zusammengehörige Gruppe identifiziert. Das zuletzt genannte Objekt gehört zur Gruppe der von Scrivener schon nicht mehr aufgefundenen und auf der Basis von Kollationen publizierten Handschriften, die durch Carlyle nach England gekommen waren. Ich habe daraufhin einen Vergleich der publizierten Kollation der 1518 mit dem im INTF vorhandenen Mikrofilm von GA 1890 durchgeführt und festgestellt, dass es sich um ein und das selbe Objekt handeln muss. GA 1890 wurde während der Fotokampagnen der Library of Congress in den Jahren 1949/50 in Jerusalem unter der Signatur Taphu 462 fotografiert.
Weitere Nachforschungen von Klaus Witte (Dossier INTF) ergaben, dass es bei der bibliographischen Erfassung der von Scrivener publizierten Kollation der 1518 (= Lambeth 1184) eine Verwechslung mit der Kollation der 1522 (= Lambeth 1181) gegeben hatte. Diese Verwechslung war schon Jean Duplacy aufgefallen, der sie in seinen handschriftlichen Notizen (Dossier INTF) vermerkt hatte. Im Ergebnis sind daher alle vier oben genannten von Carlyle Anfang des 19. Jh. nach England gebrachten Handschriften wieder aufgetaucht und folgendermaßen zu identifizieren:
Wie oben schon angedeutet, gehen somit alle vier Dubletten auf Gregory zurück.
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Im Vorwort zu KGFL-1 nennt Aland weitere Probleme der Handschriftenliste, deren Bearbeitung zu einer "Reduktion der Liste" führe: "Fortsetzung der Identifikation bisher mehrfach geführter Handschriften, Zusammenführung bisher getrennt verzeichneter Handschriften …" (KGFL-1, Fotokopie INTF, S. 12).
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Wie kann es dazu kommen, dass ein und dieselbe Handschrift unter zwei verschiedenen Nummern geführt wird? Die Antwort auf diese Frage hat in der Regel mit dem Lebenszyklus von Handschriften zu tun, die nicht permanent an ein und demselben Ort unter nachvollziehbaren Signaturen aufbewahrt werden. Während Handschriften, die beispielsweise in bedeutenden modernen Bibliotheken (Nationalbibliotheken, Staatsbibliotheken, Universitätsbibliotheken etc.) aufbewahrt werden, durch Kataloge erschlossen und im Rahmen von geregelten Öffnungszeiten zugänglich sind, gibt es andere Objekte im Besitz von Privatpersonen oder Gemeinschaften, wie Klöstern und Kirchengemeinden. Wenn sich hier Besitzverhältnisse ändern, dann ist der Informationsfluss nicht in jedem Fall so geartet, dass die Provenienz einzelner Stücke zweifelsfrei geklärt ist. Solange keine Fotos oder genauen Beschreibungen existieren, kann es dann zu Verwechslungen kommen. Erschwerend kommt gelegentlich hinzu, dass Handschriften über einen langen Zeitraum hinweg nicht wahrgenommen wurden und bei ihrem neuerlichen "Auftauchen" mit abweichenden Kennziffern gemeldet werden, so dass ihre korrekte Identifizierung kaum möglich ist.
Zwei Beispiele sollen die genannten Problemlagen illustrieren helfen. GA 1142 ist eine Evangelienhandschrift aus Berat in Albanien, auf die die Forschung durch die Arbeiten von Pierre Batiffol (Dossier INTF) (Les manuscrits grecs de Berat d'Albanie et le Codex Purpureus, Paris 1886/87) und Anthimos Alexudes aufmerksam geworden ist. Gregory führt sie in seiner Liste und von Soden benutzte sie in seiner Ausgabe.
Während Gregory im Jahre 1909 die Handschriften aus Berat noch in verschiedenen Kirchen der Stadt bzw. "beim Erzbischof" (Berat war Sitz eines Metropoliten) lokalisierte - GA 1142 in der Mangalemina-Kirche (Dossier INTF) -, kennt KGFL-1 nurmehr eine Lokalität für Berater Handschriften, nämlich die "(ehem.?) Metropolitan- und Kirchenbibliothek". In KGFL-2 werden alle aus Albanien bekannten Handschriften im Staatsarchiv der Hauptstadt Tirana vermutet; ein Blatt (Miniatur des Evangelisten Johannes) aus der 1142 jedoch wird in Washington/D.C. (Dumbarton Oaks) nachgewiesen.
Im Dossier der 1142 im INTF finden sich Kopien aus dem Katalog (Fotokopie INTF) "Illuminated Greek Manuscripts from American Collections, G. Vikan (ed.), Princeton 1973, S. 142-147". Darin werden eine Evangelienhandschrift unter der Signatur "Cambridge, Harvard College Lib. cod. TYP 215H" und ein separates Blatt (Fotokopie INTF) dieser Handschrift mit einer Miniatur des Evangelisten Johannes unter der Signatur Washington, Dumbarton Oaks cod. acc. no. 58.105 beschrieben. Im Dossier der 1142 gibt es des weiteren einen handschriftlichen Vermerk (Dossier INTF): "Wahrscheinlich jetzt in Cambridge/MAss., Harvard Coll. Lib. cod. TYP 215H identif[iziert] 21/6.74 durch Ju[nack] anhand von Ausstellungskat[alog] Weitzmann, Princeton 1973 Nr. 38; vgl. Hs-Aufbau Kolophon!" Ju[nack]
Es bleibt ein Rätsel, weshalb diese 1974 vorgenommene Identifikation für das Objekt in Cambridge nicht in KGFL-2 aufgenommen, während das dazugehörige Blatt in Washington sehr wohl vermerkt wurde.
Mehr als 10 Jahre vor dem Ausstellungskatalog und der handschriftlichen Identifizierung des Objektes in Cambridge durch Junack wurde durch die Bibliographical Society of America ein Supplement (Kopie INTF) to the Census of Medieval and Renaissance Manuscripts in the United States and Canada (New York 1962) veröffentlicht. Darin findet sich auf Seite 271 ein kurzer Eintrag (Harvard College Library, Mass.) "fMS Typ 215H. Tetraevangelion, in Greek. Vel., 245 ff., 27 x 21 cm. Written in the Byzantine East, 11th c. 5 illuminated canon-tables; 3 illuminated miniatures; 4 pen-drawings of Evangelists. Bound in modern white deerskin. Bought from H.P. Kraus, 1954. Harvard Catalogue, no. 6 and plate 2."
Eine Kopie dieser Seite findet sich im Dossier einer anderen Handschrift, und zwar GA 2841! Diese Nummer wurde nach Erscheinen von KGFL-1 vergeben, und zwar ganz offenkundig auf der Basis von Recherchen in publizierten Handschriftenkatalogen - in diesem Fall wahrscheinlich des o.g. Supplements. Die darin mitgeteilten Kennziffern liegen zwar nahe an denen der 1142 (Evangelienhandschrift, 12. Jh, Pergament, 263 Blatt, 27,5 x 21 cm), differieren jedoch auch in der Datierung und der Blattzahl. Da weder Aufnahmen der 1142 aus früheren Zeiten, noch der Handschrift in Cambridge zum Abgleich verfügbar waren, kam es wohl zur Neuaufnahme dieser Handschrift und ihrer Verzeichnung in KGFL-2 unter der Nummer 2841.
Als dann die Recherchen von Junack aufgrund des Ausstellungskatalogs von 1973 durchgeführt wurden, konzentrierten sie sich offenkundig ausschließlich auf 1142. Der Umstand, dass die dort beschriebene Handschrift unter der selben Signatur wie die 2841 geführt wurde, spielte keine nachvollziehbare Rolle.
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Unter den zu streichenden Nummern sind auch zwei Majuskeln, die wir abschließend betrachten wollen. Unter der Nummer 0152 (Dossier INTF) führte Gregory (Textkritik 3, 1081) die Überreste eines in Ton geritzten Vaterunsers, das ursprünglich 15 Zeilen umfasste und im Nationalmuseum von Athen aufbewahrt wurde. In der vierten Auflage von Eberhard Nestle's Einführung in das Griechische Neue Testament ("völlig umgearbeitet von Ernst von Dobschütz") von 1923 wird dieses Objekt als Talisman bezeichnet und eröffnet als T 1 eine neue Kategorie innerhalb der neutestamentlichen Textzeugen (a.a.O., S. 86).
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Unter der Nummer 0153 (Dossier INTF) hatte Gregory (Textkritik 3, 1082) eine Sammlung von 20 Ostraka (Tonscherben) mit neutestamentlichem Text in seine Liste aufgenommen. Diese Objekte wurden im Institut français d'archéologie orientale in Kairo aufbewahrt. In seiner Fortführung der Liste von 1933 (ZNW 32, 188) erweitert Dobschütz die Liste der 20 Ostraka um weitere fünf Objekte und schließt sie an die Papyrusliste an, so dass damit noch eine weitere Kategorie (O 1-25) neutestamentlicher Textzeugen eingeführt ist.
Beide Kategorien (Talismane und Ostraka) werden in KGFL-1 nicht mehr fortgeführt. In den entsprechenden Anmerkungen zu 0152 und 0153 heißt es einschränkend … "wird z[ur] Z[eit] nicht fortgesetzt." Im Vorwort schreibt Aland (Fotokopie INTF): "Dann [sc. bei der Überprüfung der Datierungen in der Majuskelliste] wird aber auch entschieden werden müssen, was mit den von v. Dobschütz in die Handschriftenliste eingeführten Talismanen und Ostraka mit neutestamentlichem Text werden soll (vgl. z.B. 0152 und 0153). Beide Gruppen sind bisher nicht zu rechtem Stand und Wesen gekommen; wenn die Fachkollegen mich ihre Meinung wissen ließen, was damit geschehen soll, wäre ich dankbar" (KGFL-1, S. 14).
Die Meinungsbildung scheint sich bis zum Erscheinen von KGFL-2 dahingehend entwickelt zu haben, dass die genannten Nummern endgültig gestrichen und die damit verbundenen Kategorien der Talismane und der Ostraka nicht mehr fortgeführt wurden.
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Besonders auffällig ist eine Gruppe von zwölf Apokalypsehandschriften (GA 1776 1777 2049 2063 2066 2072 2087 2114 2116 2402 2433 2449), aus der in KGFL-2 nur für vier Handschriften ein Grund für den Ausschluss gegeben wird. Bei 2114 2402 2449 steht als Erklärung: "neugriechisch", bei 2087 lesen wir: "Ap 3,3-4,8 auf zwei halben Freiseiten in E 07 geschrieben, keine eigentliche Hs." Für die übrigen acht Handschriften fehlt eine Begründung. Es fällt allerdings auf, dass die Hälfte davon (2049 2066 2072 2116) schon von Hoskier (Concerning the Text of the Apocalypse, 2 Bde., London 1929) als Abschriften von neuzeitlichen Drucken beurteilt wurden. Die restlichen vier (1776 1777 2063 2433) wurden von J. Schmid Studien zur (Geschichte des Apokalypse-Textes 2. Teil: Die alten Stämme, München 1955, 16-23) aussortiert. Ist das Zufall?
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Die Handschriften der Apokalypse sind vergleichsweise gut untersucht. Mit den beiden genannten Publikationen von Hoskier und J. Schmid liegen maßgebliche Einschätzungen zu gut 250 Handschriften mit Apokalypsetext vor; das ist die Mehrzahl der von Elliott im Jahr 1997 zusammengestellten Liste von 303 bekannten Apokalypsehandschriften (J.K. Elliott, The Distinctiveness of the Greek Manuscripts of the Book of Revelation, JThS 47,1997, 116-124) Wenn wir darum von den Ergebnissen Hoskiers und J. Schmids auf die beiden Auflagen von KGFL schauen, dann zeigt es sich, dass die acht Apokalypsehandschriften, die in KGFL-2 ohne Kommentar in eckige Klammern gesetzt sind, allesamt schon von Hoskier und/oder J. Schmid charakterisiert und mit Gründen ausgeschieden wurden. Daran schließen sich zwei Fragen an. Zum einen wäre es gut zu wissen, ob denn KGFL-1 die fehlenden Begründungen für die Streichung der acht Apokalypsehandschriften liefert. Zum anderen wäre zu klären, wie in den Auflagen der KGFL mit weiteren Handschriften verfahren wird, die von Hoskier und/oder J. Schmid her ebenfalls als zu streichen gelten. Die erste Frage ist schnell beantwortet. KGFL-1 bietet lediglich die von der zweiten Auflage her bekannten Anmerkungen zu 2087 und 2402. Das ist insofern bemerkenswert als das Manuskript von KGFL-1 erst sieben Jahre nach Erscheinen von J. Schmids Untersuchungen fertiggestellt wurde. Bei der Beantwortung der zweiten Frage konzentrieren wir uns zunächst auf diejenigen Handschriften, die Hoskier als aus Drucken abgeschrieben identifizierte. Dazu gehören über die schon vorher genannten vier Handschriften hinaus GA 296 1668 1894 1903 2075 und 2136. Von diesen sechs Handschriften beurteilt J. Schmid vier ebenfalls als auf Druckausgaben basierend, und zwar 296 1668 1903 und 2136. Kontrollieren wir nun diese vier Handschriften in den beiden Auflagen von KGFL. In KGFL-1 finden sich dazu keine Anmerkungen. In KGFL-2 lesen wir zu GA 296: "aus Druck abgeschrieben?" und zu 1668: "r [= Apokalypse] aus Druck abgeschrieben." Für 1903 und 2136 finden sich keinerlei Hinweise. Dieser Zustand ist unbefriedigend! Nicht nur werden zwei Handschriften trotz des Einspruchs zweier Fachleute unkommentiert weitergeführt, die Kommentare zu den anderen beiden Handschriften lassen nicht erkennen, auf welche Weise ein eigenes Urteil zustande gekommen ist, das im einen Fall apodiktisch und im anderen Fall unsicher ausfällt. In beiden Fällen ist das Ergebnis nicht transparent zustande gekommen, sondern lässt den Benutzer mit mehr Fragen und Unsicherheiten als Antworten und Vertrauen zurück. Im Ergebnis bedeutet das zweierlei: Zum einen muss die unfertige Arbeit an der KGFL in diesem Bereich zu Ende gebracht werden, d.h. die unter Verdacht stehenden Handschriften müssen überprüft und (wahrscheinlich) ausgeschieden werden. Unter Verdacht stehen konkret - neben 296, 1903 und 2136 - auch die von J. Schmid als unvollständige Handschriften ausgeschiedenen Objekte GA 1652 und 1775. Für unsere übergeordnete Frage nach der Anzahl der bekannten griechischen Handschriften des NT dürfen diese Objekte, da ihr Status momentan als zweifelhaft gelten muss, gleichfalls nicht gezählt werden. Zum anderen wäre für das zukünftige Führen der Handschriftenliste eine nachvollziehbare und transparente Verzeichnungsweise zu wählen. Dabei müsste zweierlei geleistet werden: a) Zweifel an dem Status einer Handschrift muss ausgedrückt werden können, auch wenn dieser Frage mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen (noch) nicht nachgegangen werden konnte; b) Kommentare, die den Ausschluss einer Handschrift betreffen, müssen den Kollegen zugerechnet werden, die eine konkrete Information beigetragen haben. Es wäre ohnehin vermessen anzunehmen, dass eine solche mühevolle Detailarbeit ohne die Mithilfe und das Vertrauen auf die Urteilsfähigkeit von Kollegen zu leisten ist. In diesem Fall liegen Urteile von Fachleuten, die die Handschriften studiert haben, seit längerer Zeit vor und sollten den Nutzern der Handschriftenliste nicht vorenthalten werden. Die Umstellung der Handschriftenliste auf das elektronische Medium bietet die Möglichkeit, zeitnah auf neue Erkenntnisse zu reagieren und genügend Raum, um unterschiedliche Grade der Sicherheit, was den Status einzelner Objekte angeht, zum Ausdruck zu bringen.
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Bislang haben wir Objekte betrachtet, die in KGFL-2 als zu streichen markiert sind. Für weniger als die Hälfte wird dabei ein Grund für die Eliminierung angegeben. Für alle anderen Fälle sind wir auf zusätzliche Recherchen (Gregory, von Soden, Dossiers) und/oder Mutmaßungen angewiesen, wenn derartige Entscheidungen nachvollzogen werden sollen. In einem Fall lieferte auch KGFL-1 einen Grund. Allerdings beschert der Vergleich zwischen den beiden Auflagen von KGFL auch ein gegensätzliches Resultat. Eine Handschrift, die in KGFL-1 als zu streichen angemerkt ist, wird in KGFL-2 eben nicht gestrichen!
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Zu GA 885 (Dossier INTF) - einer Kommentarhandschrift - findet sich in KGFL-1 folgende Anmerkung: "Der Evangelientext ist stellenweise unvollständig, daher ist diese Nr. eigentlich zu streichen." Wer nun erwartet, dass dieser angekündigte Schritt in KGFL-2 auch vollzogen würde, sieht sich getäuscht. Zwar wird auch dort vermerkt: "Der Evangelientext ist in Mc, Lk und J unvollständig." Die eckigen Klammern fehlen jedoch! Wie ist dies zu verstehen?
Das Verdikt "unvollständig" im Blick auf den zu kommentierenden neutestamentlichen Text ist normalerweise ein sicheres Ausschlusskriterium, wie es die Anmerkungen zu GA 1371 2090 und die Hinweise in den Dossiers zu GA 2239 2453 und 2481 nahelegen. Warum nicht in diesem Fall? Ein genauer Vergleich der Wortwahl in den beiden zitierten Anmerkungen lässt den Schluss zu, dass "Der Evangelientext ist stellenweise unvollständig" (KGFL-1) nun durch Recherchen dahingehend präzisiert wurde, dass der Evangelientext jedenfalls "in Mc, Lk und J unvollständig" (KGFL-2) ist.
Das wiederum eröffnet die Möglichkeit, dass der Evangelientext in Mt jedoch vollständig sein könnte, was den Einschluss der Handschrift weiterhin erlauben würde. Die Logik wäre dann: Im Zweifel für die Beibehaltung. Im konkreten Fall würde argumentiert: eine Kommentarhandschrift, die immerhin den Text eines biblischen Buches vollständig bietet, kann selbst dann Teil einer Liste neutestamentlicher Handschriften sein, wenn ihr NT-Text in den anderen Büchern nur unvollständig ist.
Leider belegen die Recherchen zu GA 885, wie sie im dazugehörigen Dossier dokumentiert sind, einen anderen Sachverhalt. In einer dreispaltigen handschriftlichen Auflistung (Dossier INTF) wird für insgesamt 43 Folien von 885 der fortlaufende Mt-Text präzise angegeben. Dabei wird zu fol. 29 eine Lücke von Mt 7,24-8,10 vermerkt. Schließlich heißt es summarisch: "bis 24,28 fortlauf[ender] Text - dann ab fol 112v nur noch Anf[ang] u[nd] Ende - verbunden durch εως του." Damit ist auch für Mt, jedenfalls für dessen abschließende viereinhalb Kapitel, genau das selbe Verfahren wirksam, wie im Rest der Handschrift: der zu kommentierende biblische Text wird nicht ausgeschrieben. Eine weitere Stichprobe wird für das erste Kapitel des Joh geboten. Mit anderen Worten: Kein biblisches Buch dieser Handschrift bietet einen vollständigen Text. Und damit wäre die Handschrift eigentlich zu streichen. Wenn man sie doch beibehält, wie sollte dies begründet werden?
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Weitere 11 Minuskeln sind von schwarz-weiß Mikrofilmen digitalisert worden und nun im VMR zugänglich: Minuskel 619, 665, 915, 1270, 1359, 1845, 1852, 1874, 1875, 2423, 2607 und 2863. Beim Fotographieren dieser Handschriften wurden jeweils zwei Seiten (verso und recto) in einem Bild abgelichtet. Für die Darstellung im VMR werden die Bilder in eine verso und recto Seite gesplittet, wobei jeweils 10% der gegenüber liegenden Seite miterfasst wird. Wir danken Emanuel Schulze Pröbsting für die Programmierung des Tools picSplit.
Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon einen Überblick, welche der 148 Handschriften im NT.VMR frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind. Um die Handschriften zu öffnen, klicken Sie bitte oben rechts auf "VMR".
Die ausführlichste Erklärung finden wir zu GA 1371. Dort heißt es in beiden Auflagen der KGFL: "Exzerpte folgender Buchanfänge mit überreichem Kommentar: Mc 1,1-39; L 1,1-41; L 1,1-52; J 1,1-11; J 1,1-5; Act 1,1-3,22 (ohne vollen Text); R 1,20-2,8, zu einer von mehreren Händen geschriebenen Exzerpt-Hs. gehörend (keine Sammelhs. verschiedener Fragmente); daher eigentlich zu streichen" (KGFL-2).
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Begründungen für den Ausschluss finden wir noch zu GA 2090 2094 2128 2359 2450. Bei näherer Betrachtung der Minuskel-Streichliste allerdings bleibt das Bild aufs Ganze gesehen unbefriedigend. Denn nur zum Teil wird die Entscheidung, Handschriften zu streichen in einer Fußnote begründet. Oft wird sie nur kommentarlos vollzogen, wobei gelegentlich der Vergleich zwischen den beiden Auflagen der KGFL derartige Entscheidungen nachzuvollziehen hilft, wie im folgenden Beispiel.
GA 599, eine in Venedig aufbewahrte Papierhandschrift, enthält Homilien zu Mt und Joh sowie Kommentare zu Mk und Lk (J. Reuss, Mt Mk Joh-Katenen, Münster 1941, 22.132). Eine Fußnote in KGFL-1 (Fotokopie INTF) bemerkt zu GA 599: "Keiner der Kommentare bzw. Homilien zu den einzelnen Evangelien bietet einen vollständigen Text; die Nr. ist also eigentlich zu streichen." Hier wird uns ein Grund angegeben, so dass die kommentarlose Verzeichnung in eckigen Klammern (KGFL-2) zwar nachvollziehbar ist. Besser wäre es allerdings gewesen, diesen Kommentar auch in KGFL-2 zu bieten, damit die Entscheidung auch ohne Rekurs auf KGFL-1 durchsichtig wäre.
Wenig transparent ist hingegen die Behandlung von GA 463. In KGFL-2 wird der Eintrag zu dieser Handschrift ohne weitere Erklärung in eckigen Klammern abgedruckt. In KGFL-1 findet sich diesmal jedoch keinerlei Hinweis, der diese Entscheidung vorbereitet hätte. Erst ein Blick in Gregorys Textkritik (Fotokopie INTF Bd. 1, 273, Nr. 103 und Bd. 3. 1106, Nr. 463) klärt den Sachverhalt. Bei dieser in Moskau aufbewahrten Pergamenthandschrift aus dem 12. Jahrhundert handelt es sich um Kommentare zu Apg, Katholische Briefe und Paulus, wobei vom ntl. Text nur Bruchstücke geboten werden. Gregory sagt selbst, die Handschrift "ist einer Nummer in Paul nicht wert, in Apg höchstens deswegen wert, weil eine neuere Hand Apg 1,1-9,12 an den Rand geschrieben hat" (Bd. 1, 273, Nr. 103). Offensichtlich ist dieses Urteil Gregorys erst in in KGFL-2 eingeflossen. Ein weiterer analoger (von Gregory aussortierter) Fall ist GA 1911 (Dossier INTF). Auch hier fehlt ein Hinweis in beiden Auflagen der KGFL.
Der Umstand, dass GA 1993 in eckigen Klammern präsentiert wird, ist möglicherweise ebenfalls durch Gregory vorbereitet, der die Handschrift als "Kette" (Katene) bezeichnete. Recherchen (Dossier INTF) im INTF befestigten dieses Ergebnis. In der Ausgabe von v. Soden kommt sie gar nicht vor.
Bei weiteren drei Handschriften (GA 2239 2453 und 2481) sind in den Dossiers Gründe angegeben, die auf eigenen Recherchen beruhen, und den Ausschluss begründen. In allen drei Fällen handelt es sich um Kommentarhandschriften, die nur unvollständigen neutestamentlichen Text bieten. Es wäre sinnvoll gewesen, wenn dies auch in KGFL-2 mit entsprechenden Anmerkungen dokumentiert worden wäre.
Bei zwei Handschriften (GA 1303 und 2185) schließlich fehlen auch in den Dossiers Hinweise, die einen Ausschluss begründen würden.
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In der Einleitung (Kopie INTF) zur 1. Auflage der KGFL ([= KGFL-1], 1963, S. 12) benennt Kurt Aland die "Reduktion der Liste" als eine wichtige Aufgabe, die neben dem Verzeichnen neu bekannt gewordener Handschriften zu leisten sei. Ein wichtiger Aspekt dabei sei, so Aland, die "Ausscheidung zu Unrecht aufgenommener Handschriften".
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Wie es dazu kommen kann, dass Handschriften zu Unrecht in der Liste erscheinen, haben wir schon im vorigen Abschnitt gesehen. Hier werden wir weitere Fälle kennenlernen. Wie solche Fälle in der Liste gekennzeichnet sind, geht aus den Erläuterungen und Abkürzungen (Kopie INTF) der 2. Auflage ([= KGFL-2], 1994, XVII) hervor: "Steht die gesamte Datenzeile in eckigen Klammern, handelt es sich nicht um eine neutestamentliche Handschrift im strengen Sinne (z.B. kaum neutestamentlicher Text oder aus Druck abgeschrieben, vgl. z.B. 882)".
Entgegen dieser klaren Ansage muss vorab jedoch festgehalten werden, dass es nicht nur eine Art der Kennzeichnung gibt und dass es auch unterschiedliche Grade der Gewissheit gibt, mit denen (möglicherweise) zu Unrecht aufgenommene Handschriften dingfest gemacht wurden. Verschaffen wir uns zunächst jedoch einen Überblick über die Anzahl der Objekte, die in KGFL-2 mit eckigen Klammern als zu streichen angemerkt sind, wobei die vorher behandelten freien Nummern nicht mehr eigens vermerkt werden. Nach mehrmaligem Zählen erhalte ich eine Liste der folgenden 41 Nummern: 0152 0153 463 599 882 1303 1371 1776 1777 1911 1993 2049 2063 2066 2072 2087 2090 2094 2114 2116 2128 2185 2239 2359 2402 2433 2449 2450 2453 2481 lect1234 lect1286 lect1416 lect1444 lect1468 lect1472 lect1489 lect1543 lect1607 lect1620 lect1740, die infolge der eckigen Klammern zu streichen sind.
Als Illustration sei auf das von Aland selbst genannte Beispiel GA 882 hingewiesen. In KGFL-2 (Fotokopie INTF) findet sich der Eintrag zu diesem Objekt in eckigen Klammern und eine Fußnote erklärt den Sachverhalt bündig: "Chrysostomos-Homilien zu J." Vergleichen wir dazu KGFL-1, die die eckigen Klammern noch nicht kennt, dann ist diese Konsequenz dort schon vorbereitet; in der Fußnote zu GA 882 heißt es: "Die Hs. enthält Chrys.-Homilien zu J und ist eigentlich zu streichen."
Beginnen wir unseren Durchgang mit den Fällen, die leicht nachzuvollziehen sind - den Lektionaren. Für alle elf betroffenen Objekte wird eine Begründung in einer Anmerkung geliefert, so dass die Benutzer und Benutzerinnen unmittelbar ins Bild gesetzt sind. Besonderer Erwähnung bedarf in diesem Zusammenhang das Objekt, das unter der Nummer lect 1607 geführt wird. Es gehört zu den verstreuten "Unzialbruchstücken", die von Dobschütz (ZNW 32.1933, 202-03) unter Berufung auf Nachweise von "Rev. P.L. Hedley" in die Liste aufgenommen hat; allerdings hatte von Dobschütz das Objekt unter der Signatur Paris, B.N. 1299, Bl. 136 schon mit Fragezeichen versehen. Nachforschungen, die im INTF durchgeführt wurden, konnten das Objekt jedoch nicht verifizieren, so dass es sich eigentlich um eine weitere freie Nummer handelt.
Die Universitätsbibliothek in Leuven/Belgien besitzt eine Sammlung verschiedener Fragmente, die 1952 in Khirbet Mird gefunden wurden. Darunter sind Fragmente von drei neutestamentlichen Codizes: P84, P83 und die Majuskel 0244, von denen die beiden letzten von Marie-Luise Lakmann (INTF, Münster) mit detaillierten Handschriftenbeschreibungen und paläographischen Anmerkungen sowie Transkripten und Photos publiziert wurden: "Neutestamentliche Texte aus Khirbet Mird - P83 und 0244" 1.
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1 Ephemerides Theologicae Lovanienses 85/4 (2009) 467-478. doi: 10.2143/ETL.85.4.2044770 (abstract)
Unter den 136 im NT.VMR eingestellten Handschriften befinden sich 56 Papyri. Alle Papyrusbilder sind nun mit dem entsprechenden Transkript verknüpft. In den ersten zwei Zeilen der Transkription jeder Folioseite findet man jeweils die Folienangabe, die Richtung des Faserverlaufes und das neutestamentliche Buch (Beispiel). Der waagerechte Faserverlauf wird dabei durch einen Rechtspfeil (→), der vertikale Faserverlauf mittels eines Abwärtspfeils (↓) angegeben. Die Folienangaben "recto" und "verso" haben nichts mit dem Faserverlauf zu tun, sondern bezeichnen wie bei Nicht-Papyrus-Handschriften die rechte Seite und die zugehörige Rückseite.
Wie wir gesehen haben, kam es an Nahtstellen zwischen verschiedenen Fortsetzungen der Handschriftenliste durch E.v. Dobschütz im Bereich der Lektionare zu freien Nummern, denen Dobschütz selbst keine Handschriften zugewiesen hat. Aber nicht nur dort, sondern auch an anderen Stellen gibt es in der 2. Auflage der Kurzgefassten Liste von 1994 (Titelblatt) Nummern, die als "frei" bezeichnet werden. In diesen Fällen können den Nummern jedoch Objekte zugewiesen werden.
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Lect 1574 ist so ein Fall. Dobschütz vergibt diese Nummer für eine Wiener Handschrift, die 1909 von Wessely (Studien IX 28) ediert wurde. Dobschütz hat dabei entweder übersehen, dass es sich hierbei um Fragmente mit rein koptischem Text handelt oder aber unterstellt, es wären Reste einer Bilingue. In jedem Fall wird lect 1574 in beiden Auflagen der KGFL als freie Nummer geführt. Daraus kann geschlossen werden, dass die Bearbeiter der Meinung waren, das Wiener Objekt sei als rein koptische Handschrift zu betrachten.
Ein ähnlich gelagerter Fall ist GA 1825. Gregory selbst hatte im dritten Band seiner Textkritik (Titelblatt) von 1909 unter dieser Nummer eine Handschrift geführt, die J. Rendel Harris in seinem Appendix zu den Studia Sinaitica 1 (Titelblatt) (London 1894) von Agnes Smith Lewis unter der Nummer 21 (S. 112) listet. In seinem Handexemplar (Fotokopie INTF) des dritten Bandes hat Gregory selbst den Eintrag zu GA 1825 ohne Angabe von Gründen gestrichen. Der wahrscheinlichste Grund wird aber darin zu suchen sein, dass es sich bei diesem Objekt, auch nach Rendel Harris, um eine syrische Handschrift handelt. Die Bearbeiter der KGFL haben entschieden die Nummer GA 1825 nicht wieder zu vergeben und führen sie als eine freie Nummer.
Der Fall GA 1151 ist vergleichbar, jedoch weniger durchsichtig. Gregory führt im ersten Band seiner Textkritik (Internet Archive) von 1909 unter dieser Nummer eine Handschrift aus dem Kloster des Heiligen Grabes in Konstantinopel mit der Signatur 417. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Beschreibungen dieser und anderer Handschrift(en) im vierten Band des Katalogs von Papadopoulos-Kerameus (Petersburg 1899, Nachdruck: Brüssel 1963). In dem genannten Band wird unter der Signatur 417 allerdings ein slavisches Tetraevangelium geführt. An einer anderen Stelle beschreibt Papadopoulos-Kerameus unter der Signatur 460, der eine alte Signatur 417 aus dem Kloster des Heiligen Grabes entspricht, eine georgische Evangelienhandschrift. Die Bearbeiter (Dossier INTF) der 2. Auflage der KGFL nehmen an, dass Gregory irrtümlich die slavische Handschrift, die heute in der Nationalbiliothek in Athen liegt, in seine Liste aufgenommen hat und führen GA 1151 als "frei?"!
Die genannten drei Nummern müssen ebenfalls gestrichen werden, wenn wir die genaue Anzahl der bekannten griechischen Handschriften des Neuen Testaments ermitteln wollen. Allerdings handelt es sich bei diesen Fällen nur um die Spitze des Eisbergs. In der 2. Auflage der KGFL finden sich weitere Objekte, bei denen die Bearbeiter mehr oder weniger deutlich zu erkennen geben, dass die dazugehörigen Einträge in der Liste gestrichen werden müssten.
In der Einleitung zur ersten Auflage der Kurzgefassten Liste (KGFL, 1. Aufl., 1963, Titelblatt) gibt Kurt Aland eine Übersicht über die Vorläufer dieser Liste, angefangen bei den Grundlegungen durch Gregory über die publizierten Weiterführungen durch E. von Dobschütz bis hin zu seinen eigenen publizierten Vorarbeiten zur jetzt vorliegenden ersten Auflage der KGFL.
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Bei den Weiterführungen, die von Dobschütz in der "Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der Älteren Kirche" ( 23.1924, 25.1926, 27.1928 und 32.1933) publiziert hat, gibt es an den Nahtstellen zwischen den einzelnen Lieferungen Unterbrechungen in der Verzeichnung der Lektionare. Der erste Teil in dieser Serie endet mit lect 1580, der zweite Teil beginnt mit lect 1590 und endet mit lect 1595, wozu Aland bemerkt: "Anscheinend hat Dobschütz die Nummern versehentlich übersprungen." (KGFL, 1. Aufl., 1963, 9-10). Zu einer vergleichbar motivierten Lücke kommt es dann noch einmal mit dem vierten Teil der Weiterführungen von 1932, der mit lect 1597 beginnt.
Zusammenfassend kann festgehalten werden: den fortlaufenden Nummern lect 1581-1589 und lect 1596 wurde allem Anschein nach durch von Dobschütz niemals eine wirkliche Handschrift zugeordnet. Auch die beiden Auflagen der KGFL haben daran nicht gerührt, so dass wir in der Abteilung Lektionare aus diesem Grund zehn freie (ursprünglich nicht belegte) Nummern haben. Diese müssen wir natürlich von der Summe aller Handschriftennummern abziehen, wenn wir die genaue Zahl der griechischen neutestamentlichen Handschriften ermitteln wollen.
An dieser Tatsache ändert auch die Bibliographie von J.K. Elliott, A Bibliography of Greek New Testament Manuscripts (2. Auflage, 2000, 273) nichts, wo für lect 1586 auf K. Clark, A Descriptive Catalogue of Greek New Testament Manuscripts in America (1937), 325-26 verwiesen wird. Clark beschreibt hier lect 1580. Es handelt sich also um einen Druckfehler bei Elliott. Der Eintrag zu lect 1586 ist zu streichen.
Nachdem wir nun auf freie Nummern aufmerksam geworden sind, fällt auf, dass in der KGFL noch weitere Nummern verzeichnet sind, die als "frei" bezeichnet werden.
Fortsetzung folgt … zurück zu → Teil 1
Wer sich für die Anzahl der bekannten Handschriften des griechischen Neuen Testaments interessiert, greift nach der Kurzgefassten Liste (2. Auflage, 1994, Titelblatt). Dort sind alle derartigen Objekte in vier Kategorien (Papyri, Majuskeln, Minuskeln, Lektionare) erfasst und jeweils durchnummeriert. Man müsste demnach einfach die letzten Nummern in den vier Kategorien addieren und bekäme sodann das gewünschte Ergebnis: (P99 =) 99 Papyri + (0306 =) 306 Majuskeln + (2856 =) 2856 Minuskeln + (l 2403 =) 2403 Lektionare ergibt 5664 bekannte Handschriften des griechischen Neuen Testaments.
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Ein Blick auf das Erscheinungsjahr der 2. Auflage lässt die Frage aufkommen, ob sich zwischen 1994 und heute (2010) die Zahlen verändert haben. Das Institut für neutestamentliche Textforschung (Münster) betreibt auf seiner Homepage eine Fortführung der Handschriftenliste. Demnach lauten mit Datum vom 4. Februar 2010 die aktuellen Zahlen: 127 Papyri + 320 Majuskeln + 2903 Minuskeln + 2445 Lektionare; das ergibt 5795 bekannte Handschriften des griechischen Neuen Testaments - innerhalb von 16 Jahren ein Zuwachs von 131 Objekten.
Im Folgenden werde ich zeigen, dass diese einfache Operation, d.h. das Zusammenzählen der höchsten Einträge aller vier Handschriftenkategorien, nicht das gewünschte Ergebnis liefert. Die Anzahl der bekannten Handschriften des griechischen Neuen Testaments ist nicht identisch mit der Summe der Handschriftennummern! Zugleich möchte ich eine Annäherung an die Anzahl der bekannten Handschriften in mehreren Etappen durchführen, an deren Ende eine nachvollziehbare Zahl steht. In Verbindung damit werden wir auch eine realistische Einschätzung darüber erhalten, was das Führen einer solchen Liste an Schwierigkeiten birgt.
Dass wir heute daran denken können, eine (vorläufige) Bilanz in Form einer solchen Annäherung an die Anzahl der bekannten Handschriften vorzunehmen, hat seinen Hauptgrund in den Möglichkeiten, die das digitale Medium bietet.
Seit 2008 wird daran gearbeitet, die Kurzgefasste Liste in eine Datenbank zu überführen und in diesem Format so anzupassen, dass wir Fragen nach der genauen Anzahl der Handschriften (der vollständigen, der zerstörten, der verschollenen, etc.) schnell und zuverlässig beantworten können.
Seit September 2009 ist eine erste Fassung der digitalen Liste online. Sie wird nach und nach um Suchfunktionen erweitert, so dass derartige Fragen von allen Nutzern direkt gestellt und beantwortet werden können.
Seinen Versuch einer exakten Bestimmung der Anzahl der Handschriften hat
Eldon Jay Epp im Jahr 2007 vorgelegt (Titelblatt). Ich werde darauf im Rahmen meiner Darstellung an verschiedenen Stellen zurückkehren.
Im Zuge der Arbeit an der digitalen Liste entsteht dieser Text in mehreren Fortsetzungen.
Fortsetzung folgt …
Das Heidelberger Institut für Papyrologie, das zum Zentrum für Altertumswissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Deutschland) gehört, besitzt drei neutestamentliche Handschriften, die fragmentarisch erhalten sind:
P40 (P. Heid. Inv. G. 645) → Rm
0166 (P. Heid. Inv. G 1357) → Act Jc
0187 (P. Heid. Inv. G. 1354) → Mc
Im Rahmen eines Digitalisierungsprogramms wurden diese drei Handschriften auch im Internet veröffentlicht. Leider ist der Papyrus P40 in einem sehr schlechten Zustand, so dass der Text sowohl im Original als auch auf den Bildern kaum zu lesen ist. Es gibt u.a. einen digitalen Katalog der griechischen Papyri und eine Veröffentlichungsliste. Über beide Links ist ein Zugriff auf die digitalisierten Bilder möglich. Einfacher aufzufinden sind diese Handschriften jetzt durch die Einbindung in den NT.VMR.
→ Zum Öffnen einer Handschrift im NT.VMR klicken sie oben rechts auf "VMR". Wählen Sie dann einen Viewer und anschließend die entsprechende Gregory-Aland Nummer aus.
→ Einen Überblick über die veröffentlichten Handschriften im NT.VMR finden Sie nach Klick auf das Icon hier im Artikel.
Bei der Indizierung der Turiner Handschriften wurden etliche Fragmente mit Text identifiziert, der nicht aus dem Neuen Testament stammt. Um auch diese Fragmente eindeutig indizieren zu können, wurde das Indizierungstool (Version 1.8) um das Feld "not NT text" erweitert. Hier kann zukünftig eingeben werden, ob es sich um Text aus den Psalmen, Kirchenvätern etc. handelt. Diese Informationen werden dann in den beiden NT.VMR Viewern unter den thumbnails angezeigt. Auf diese Weise stehen wertvolle Informationen allen Benutzern zur Verfügung.
Wenn Sie ein Beispiel sehen wollen, klicken Sie auf → VMR → 339 und wählen den Datensatz mit der laufenden Nummer (cuNr) 10-0 aus.
Die Bereitstellung der digitalisierten Handschriften aus der Biblioteca Nazionale Universitaria Torino hat ein großes Interesse und vielfältige Bemühungen zur Identifizierung der Fragmente ausgelöst. Wir danken Maurice Robinson, der mehrere Fragmente aus der Bibliothekssignatur B.VI.43 (ObjID 90002) identifiziert hat, und Bruce Morrill für die Eintragung dieser Ergebnisse in die Datenbank sowie Steven Whatley, der das einzelne Blatt von B.VII.33 (ObjID 90003) mit den eusebianischen Kanontafeln genauer untersucht hat [siehe Evangelical Textual Criticism].
Jetzt hat Jairo Paes Cavalcante Filho die Minuskel 339 (B.V.8) weitgehend identifiziert. Neben etlichen Psalmen gibt es Fragmente mit Text aus folgenden neutestamentlichen Büchern: Mk, Joh, Apg, 2 Kor, Gal, Eph und Jak. Die Ergebnisse sind noch nicht in die Datenbank eingetragen, können jedoch als pdf in der Handschriftenliste unter "Resources" heruntergeladen werden (Gehe zu: List → GA 339 → Dossier_CavalcanteFilho_1). Vielen Dank an Jairo Paes Cavalcante Filho für diese wertvolle Arbeit.
Im NT.VMR kommen folgende Minuskeln neu hinzu: 579, 1661, 1751, 2174, 2403, 2411, 2429 und 2743. Darunter sind drei Kommentarhandschriften zur Apokalyse (2403, 2429, 2743). In der 2403 gibt es auf der letzten Seite einen wunderschönen Textkelch. Klicken Sie zum Vergrößern auf das nebenstehende Vorschaubild.
Einen Überblick über die 123 Handschriften, die im VMR eingestellt sind, gewinnt man, wenn man den Reiter "Content" auswählt und dann auf das Logo des Artikels "Status der Veröffentlichung der Handschriften" klickt.
Die Schmitz-Mink-Richter Datenbank koptischer neutestamentlicher Handschriften (SMR-Datenbank) bietet eine Fortführung der koptischen Handschriftenliste auf der technischen Basis einer MySQL-Datenbank. Neben einer Konkordanz verschiedener Nummerierungssysteme und einer Suchfunktion nach Bibelstellen, Nummern und Aufbewahrungsort bietet das neue Onlineangebot auch Informationen zu Editionen, Sekundärliteratur und Begleitmaterial.
Eine englischsprachige Ankündigung in dem Evangelical Textual Criticism Blog finden Sie hier.
Um die SMR-Datenbank zu öffnen, klicken Sie bitte oben rechts unter der Rubrik "Add-on" auf "SMR".
Im NT.VMR werden 8 Handschriften neu eingestellt. Als Farbdigitalisat wird die Majuskel 0309 angeboten. Das Fragment wurde auch schon auf der Homepage des Instituts für Altertumskunde der Universität Köln veröffentlicht (klick hier). Die Minuskeln 4, 18, 89, 124, 348, 1555 und 1579 sind von schwarz-weiß Mikrofilmen digitalisiert worden.
Alle acht Handschriften sind indiziert. Lesen Sie hier, was man unter "Indizierung" versteht.
Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon einen Überblick, welche der 115 Handschriften im NT.VMR frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind. Um die Handschriften zu öffnen, klicken Sie bitte oben rechts auf "VMR".
Bei der ersten Phase der Digitalisierung neutestamentlicher Handschriften der Biblioteca Nazionale Universitaria Torino konnten 10 Handschriften vollständig digitalisiert werden. Die Majuskel 015, die Minuskeln 333, 334, 335, 338, 339, 612, 2350, 2594 und das Lektionar l 1942 sind nun alle im NT.VMR verfügbar. Momentan können die Handschriften 015, 338 und 612 nur unter ihrer Bibliothekszugehörigkeit aufgerufen werden. Dazu wurden sie in der Handschriftenliste einer neuen Kategorie zugeordnet. [015=90004, 338=90002 und 90003, 612=90001 und 90002]. Informieren Sie sich hier über die Hintergründe.
Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon einen Überblick, welche der 107 Handschriften im NT.VMR frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind. Um die Handschriften zu öffnen, klicken Sie bitte oben rechts auf "VMR".
Das Einstellen gewisser Handschriften aus Turin erfordert die Einführung einer neuen Kategorie in der Handschriftenliste. Sie werden unter dem Namen "Shelf-Object" gelistet, die dazu gehörige fünfstellige Objekt-ID beginnt mit der Zahl 9xxxx.
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Aufmerksamen Nutzern des NT.VMR ist sicher nicht entgangen, dass man Handschriften sowohl nach der gewohnten Gregory-Aland Nummer als auch nach der zugehörigen fünfstelligen Objekt-ID suchen und aufrufen kann. Dabei beginnen die Papyri immer mit 1xxxx, die Majuskeln mit 2xxxx, die Minusklen mit 3xxxx und die Lektionare mit 4xxxx. Jetzt gibt es noch eine neue Kategorie, die mit 9xxxx beginnt. Warum?
Die Minuskeln 338 und 612 aus der Biblioteca Nazionale Universitaria / Turin sind nach dem Brand im Jahre 1904 nur noch fragmentarisch erhalten. Leider sind dabei die Fragmente nicht getrennt unter einer Signatur aufbewahrt. So finden sich die Fragmente der Minuskel 612 sowohl in der Schachtel mit der Signatur B.V.19 als auch unter der Signatur B.VI.43. Die Minuskel 338 wiederum ist ebenfalls unter der Signatur B.VI.43 aufbewahrt, ein einzelnes Blatt dieser Handschrift findet sich jedoch unter der Signatur B.VII.33. Damit aber noch nicht genug der Verwirrung! Die Fragmente von B.VI.43 und wahrscheinlich auch von B.V.19 haben nicht durchwegs neutestamentlichen Text. Bevor die Fragmente nun sicher einer der beiden Minuskeln zugewiesen und unter der entsprechenden GA-Nummer veröffentlicht werden können, müssen sie zuvor identifiziert, bewertet und geordnet werden. Bei insgesamt 176 Fragmenten wird dies nicht unerheblich Zeit in Anspruch nehmen. Da wir die neuen Digitalisate aber nicht auf längere Zeit der wissenschaftlichen Community vorenthalten wollen, werden die Fragmente unter der entsprechenden Bibliothekssignatur im NT.VMR veröffentlicht. Zu diesem Zweck bekommen sie eine Objekt-ID mit der Nummer 9xxxx und werden hierarchisch nach den Lektionaren eingereiht. Mittels der entsprechenden Objekt-ID können diese Bibliotheksobjekte sowohl in der "Liste" als auch in den Viewern des VMR angezeigt werden. Wer bei der Identifizierung der Fragmente mitarbeiten möchte, kann sich gerne beteiligen.
Folgende Zuordnung wurde vorgenommen:
Turin B.V.19 ==> ObjID 90001
Turin B.VI.43 ==> ObjID 90002
Turin B.VII.33 ==> ObjID 90003
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Mit dem Einstellen weiterer 5 Handschriften ist ab heute die 100. Handschrift im NT.VMR online studierbar. Neu hinzugekommen sind zwei Majuskeln (0101 und 0182) aus der Österreichischen Nationalbibliothek und die ersten drei Minuskeln, die vor kurzem in Turin digitalisiert wurden (333, 334 und 335: lesen Sie den Bericht dazu).
Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon "100" einen Überblick, welche der 100 Handschriften im NT.VMR frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind. Um die Handschriften zu öffnen, klicken Sie bitte oben rechts auf "VMR".
Die Österreichische Nationalbibliothek besitzt unter 121 Signaturen Fragmente und Handschriften neutestamentlicher, griechischer Schriften. Nun sind von der Nationalbibliothek weitere Handschriften im Internet veröffentlicht worden, die wir in den NT.VMR verlinken. Acht weitere Handschriften können hier präsentiert werden: die Papyri P34, P56, P96 und die Majuskeln 059 + 0215, 0177, 0181, 0184 und 0237. Darunter sind etliche griechisch - koptische Bilinguen (P96, 0177, 0184 und 0237).
Wir danken Herrn Dr. Hans Förster herzlich für die Übermittlung der Links.
Im Katalog der Papyrussammlung kann man sich einen sehr guten Überblick über die neutestamentlichen Handschriften in der Papyrussammlung der ÖNB verschaffen. Geben Sie in das Feld "Einfache Suche (simple research)" das Stichwort "Neues Testament" ein.
Im NT.VMR kann man mittlerweile 95 Handschriften studieren. Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon einen Überblick, welche Handschriften im NT.VMR frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind. Um die Handschriften zu öffnen, klicken Sie bitte oben rechts auf "VMR".
Die Papyri P69, P70, P71, P78 und die Papyri P100-116 sind ab heute ebenfalls im NT.VMR eingestellt. Damit sind nun von den 33 Oxyrhynchus Papyri des Ashmolean Museums in Oxford außer P115 und P127 insgesamt 31 im VMR vorhanden. Die technische Bearbeitung der Bilder des Papyurs P115 ist etwas komplizierter, da die Fragmente nicht nach Stellen auf den Fotos angeordnet sind. Von P127 sind bis jetzt noch keine Bilder online veröffentlicht worden. Eingestellt wurde auch die Ashmolean Majuskel 308 mit der Oxyrhynchus-Nummer P.Oxy. 4500.
Mit heutigem Tag sind nun 85 Handschriften im NT.VMR vorhanden. Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon einen Überblick, welche Handschriften im NT.VMR frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind.
Für einen Deutschen ist eine Reise nach Italien – selbst im Winter – immer eine willkommene Verheißung. Eine Handschriftenreise nach Turin verspricht dazu noch verschneite barocke Straßen, kalte Wohnungen, dampfende Schokolade, herrliche Aussichten, hohe Bergmassive, piemontesische Spezialitäten und freundliche, hilfsbereite Menschen. Ohne die griechischen Handschriften der Biblioteca Nazionale Universitaria Torino jedoch hätte diese Reise niemals stattgefunden.
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Die Geschichte dieser Handschriftenreise beginnt mit Prof.ssa Carla Falluomini, die im letzten Jahr am INTF in Münster die gotische Version der Bibel erforscht hat. Durch ihre Vermittlung hat sich ein Kontakt zum Direktor der Biblioteca Nazionale Universitaria Torino, Dott. Roberto di Carlo und zur Leiterin der Handschriftenabteilung, Dott.ssa Franca Porticelli angebahnt, die uns die Erlaubnis erteilten, die griechischen neutestamentlichen Handschriften der Bibliothek zu digitalisieren.
Griechische Handschriften des Neuen Testaments werden in der Turiner Nationalbibliothek unter 20 verschiedenen Bibliothekssignaturen aufbewahrt. In der »Kurzgefassten Liste« (2. Auflage von 1994) sind sie zu 18 Handschriften zusammengefasst. Die Minuskel 338 (B.VII.33 und B.VI.43) und 612 (B.V.19 und B.VI.43) sind dabei jeweils unter zwei Turiner Signaturen aufbewahrt.
Ziel der Handschriftenreise war eine Sichtung des vorhandenen Materials und seine Digitalisierung mit modernster Fototechnik. Ausgerüstet mit einer Canon 50D, etlichen Objektiven, dem Traveller's Conservation Copy Stand, mehreren Computern und weiterem Zubehör ging die Reise per Auto vorbei an den wunderschön verschneiten Bergmassiven des Mont Blanc und des Gran Paradiso quer durch das Aostatal direkt nach Turin. Es war nicht die erste Handschriftenreise von Seiten des INTF nach Turin: anknüpfend an große Vorgänger – Kurt Aland, der Gründer des INTF, und Klaus Junack hatten in den sechziger Jahren die Handschriften in Turin studiert – waren zweieinhalb Wochen vorgesehen, um die vorhandenen Handschriften zu digitalisieren. Mit Überraschungen durfte gerechnet werden, war die Bibliothek doch 1904 abgebrannt und fast jede der erhaltenen Handschriften in irgendeiner Weise in Mitleidenschaft gezogen: sei es durch das Feuer selbst oder durch das Löschwasser, mit dem man den Brand bekämpfte.
Das Feuer in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1904 hatte die Bibliothek, die damals noch im Palazzo della Regia Università an der Via Po untergebracht war, schwer beschädigt. Leider waren unter den vielen verbrannten und zerstörten Codices auch etliche neutestamentliche Handschriften. Nach jetziger Kenntnislage am Ende dieser Handschriftenreise sind die Minuskeln 340, 341, 611 und 1940 völlig verbrannt. Aber wir müssen mit solchen Aussagen vorsichtig sein. Bis heute sind noch nicht alle erhaltenen Fragmente identifiziert worden. Nach Auskunft von Dott.ssa Porticelli arbeiten an der Identifikation – verteilt nach Sprachen – drei Wissenschaftler: an den hebräischen Fragmenten Prof. Bruno Chiesa (Turin), an den griechischen Prof. Paolo Eleuteri (Venedig) und an den lateinischen Prof. Alessandro Vitale-Brovarone (Turin). Ihre Ergebnisse müssen abgewartet werden, bevor endgültige Aussagen getroffen werden können.
Relativ gut und mehr oder weniger vollständig erhalten, sind die Codices 333, 334, 335 und die Lektionare l1352 und l1942. Alle anderen Turiner Handschriften sind nur fragmentarisch erhalten. Ein Höhepunkt war die Digitalisierung der Majuskel 015, einer wunderschön geschriebenen Pergamenthandschrift aus dem 6. Jahrhundert. Ursprünglich auf dem Berg Athos beheimatet, ist diese Handschrift heute auf acht verschiedene Institutionen verteilt, darunter zwei Doppelblätter in Turin. Es wäre natürlich sehr schön, wenn mit diesen zwei Turiner Blättern der Auftakt zu einer virtuellen Zusammenführung dieser Handschrift gelingen könnte.
Äußerst erfreulich ist aber, dass zwei der als zerstört geglaubten Handschriften zumindest in Fragmenten erhalten sind. Es handelt sich um Teile der Minuskel 612 und 613.
Die Minuskel 612 ist kompliziert überliefert und wird heute unter zwei verschiedenen Signaturen in Turin aufbewahrt. Unter der Signatur B.V.19 sind insgesamt 45 Fragmente erhalten, die restauriert in Form von 11 ungebundenen Lagen in einer Schachtel aufbewahrt werden. In der Regel ist jedes Fragment, das sich in dieser Schachtel befindet, mit schwarzer Tinte als B.V.19 gekennzeichnet, manchmal sogar auf Vorder- und Rückseite. Anfangs findet sich noch eine Nummerierung, die aber ab Fragment 25 aufhört. Auf etlichen Fragmenten findet sich keine Signaturangabe, auf anderen steht die Signatur auf dem Kopf.
Im Katalog von Pasini (hier unter der Nummerierung »Codex CCCXV. c. II. 17«) sind als Inhalt Acta, Paulusbriefe und die Katholischen Briefe aufgezählt, bei Consentini ist summarisch angegeben: »Biblia Sacra. Novi Testamenti libri (gr)«. Ganz offensichtlich gehören aber die Fragmente, die nach der Restaurierung unter der Signatur B.V.19 zusammengefasst wurden, zu unterschiedlichen Handschriften. Deutlich wird das u.a. daran, dass zumindest ein Fragment in lateinischer Sprache und ein anderes nicht auf Pergament, sondern Papier geschrieben ist. Aber auch die Schreiberhände wechseln.
Ein weiterer Teil von 612 ist in der Schachtel B.VI.43 aufbewahrt. In drei Bündeln befinden sich 106 gekennzeichnete und nummerierte, in einem weiteren Umschlag nochmals 24 nicht nummerierte Fragmente. Insgesamt also 130 Fragmente. Ganz sicher gehören sie zu mehreren Handschriften. Laut »Kurzgefasster Liste« befinden sich unter dieser Signatur 33 Fragmente, die zur 612 gerechnet werden.
Es ist äußerst erfreulich, dass ein Teil der 612, von dem wir geglaubt hatten, er sei zerstört, doch erhalten ist. Dieser Teil der 612 wird im NT.VMR unter der GA-Nummer 612 (ObjID 30612) präsentiert werden. In nächster Zeit müssen dann die Fragmente sowohl unter B.V.19 als auch unter B.VI.43 identifiziert werden, bevor wir endgültig wissen, was von 612 erhalten geblieben ist. Danach können wir die 612 virtuell im NT.VMR zusammensetzen und präsentieren.
Auch die Minuskel 613 galt als zerstört. In Vorbereitung der Reise nach Turin hat mich Tommy Wasserman darauf aufmerksam gemacht, dass er Teile des Judasbriefes (Jud 21-25) auf einem Mikrofilm in der Sammlung des schwedischen Forschers C.A.Albin kollationiert hat. Die Handschrift hatte also den Brand überlebt und musste zumindest in Fragmenten erhalten sein. Mit Hilfe von Angelo Giaccaria konnte sie tatsächlich aufgefunden werden. Unter der Signatur C.V.1 finden sich in einer Schachtel 85 Fragmente und ein Umschlag, der nochmal 11 Fragmente enthält. Diese Handschrift konnte ich nicht mehr fotografieren, sie ist für die zweite Phase vorgesehen. Aber auch hier gilt wie bei der 612: die Fragmente müssen identifiziert werden, bevor man eine Aussage treffen kann, was noch erhalten und was endgültig zerstört ist.
Der komplizierte Erhaltungszustand der Fragmente führte zu einem erhöhten Aufwand bei der Digitalisierung. Musste doch jedes Teil einzeln auf dem Traveler Copy Stand gebettet und fokussiert werden. Für die am Rand verkohlten oder ins Braune verfärbten Fragmente wurde eine Brücke aus Plexiglas konstruiert, die eine indirekte Beleuchtung von unten ermöglichte. Auf diese Weise konnte die braune Schrift vor dem braunen Hintergrund auch auf dem Digitalfoto sichtbar gemacht werden. Zuvor wurde jedes einzelne Fragment vermessen und die Größe in einer Tabelle festgehalten. All diese zeitraubende Arbeit hätte nicht bewerkstelligt werden können, hätte es nicht zwei gewissenhafte Assistenten gegeben: gerade bei den schwierig zu haltenden Fragmenten war die Hilfe von Matteo Grosso, einem Wissenschaftler aus Turin, und meiner Frau Anne Müller unentbehrlich. Beiden bin ich zu großem Dank verpflichtet.
Insgesamt konnten in dieser Zeit 10 Handschriften vollständig digitalisiert werden: die Majuskel 015, die Minuskeln 333, 334, 335, 338, 339, 612, 2350, 2594 und das Lektionar l1942. Bei einer zweiten Handschriftenreise sollen dann die verbleibenden Minuskeln 332, 342, 613 und das Lektionar l1352 fotografiert werden. Die Handschriften werden sukzessive in den zugangsfreien Bereich des NT.VMR eingestellt.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich für die gewährte vielfältige Unterstützung recht herzlich bedanken: zuallererst bei Franca Porticelli und Roberto di Carlo für die herzliche Aufnahme und Erlaubnis zur Digitalisierung; bei Salvatore Amato und allen MitarbeiterInnen der Bibliothek für Ihre freundliche Aufnahme und Unterstützung im sala dei manoscritti; bei Carla Falluomini für Ihre Begleitung und Vermittlung; bei Matteo Grosso und Anne Müller für Ihre gewissenhafte Assistenz bei der Digitalisierung; bei Dan Wallace für jegliche Ratschläge bei der Fotographie; bei Manfred Mayer, dem Entwickler des mobilen Grazer Kameratisches, für all seine unkompliziert und zeitnah zur Verfügung gestellten technischen Weiterentwicklungen; bei Tommy Wasserman für seine hilfreichen Hinweise zu den Handschriften; bei all meinen KollegInnen aus dem INTF, die mich organisatorisch und fachlich unterstützt haben. Nicht zuletzt sei der DFG gedankt, die diese Reise mitfinanziert hat.
Der klassische Katalog für die Handschriften der meisten Athos-Klöster ist Sp. P. Lampros, Catalogue of the Greek Manuscripts on Mount Athos. Κατάλογος τῶν ἐν ταῖς βιβλιοθήκαις τοῦ Ἁγίου Ὂρους ἑλληνικῶν κωδίκων, t. I-II, Cambridge, 1895, 1900 (reprint: Amsterdam 1966).
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In diesem Katalog wird jede Handschrift zweimal gezählt. Die erste Nummer ist eine fortlaufende Nummer, die alle Handschriften der Klöster in eine Reihe bringt. Die zweite Nummer zählt die Handschriften innerhalb der jeweiligen Bibliothek und beginnt für jedes Kloster wieder bei "1". In der ersten Auflage der Kurzgefassten Liste (1963) wurden die Handschriften vom Athos mit der zweiten Nummer verzeichnet. In der zweiten Auflage (1994) wurde auf "lokale" Bibliotheksnummern der einzelnen Bibliotheken umgestellt und die Lampros-Nummer aus der ersten Auflage in Klammern zusätzlich gegeben. E.K. Litsas, der seit Jahren in Athosklöstern Handschriften beschreibt, hält diese Weise der Verzeichnung für irreführend und schlägt vor, wieder zur allgemein verbreiteten Lampros-Zählung (wie in der 1. Auflage) zurückzukehren. Diesem Vorschlag sind wir nachgekommen. Lit: E.K. Litsas, "The Mount Athos manuscripts in the Kurzgefasste Liste der griechischen Handschriften des Neuen Testaments", Kleronomia 32,1-2, 2000 (gedruckt: Thessaloniki 2002), 245-250.
In der "Kurzgefassten Liste" (2. Auflage) sind insgesamt 30 Handschriften aus vier Orten in Albanien gelistet: aus Argyrokastro 2514 und lect 1791, aus Berat 1141, 1142, 1708, 1710, 1711, 2244, 2245, 2246, lect 758, lect 882, lect 1204, lect 1208, lect 1209, aus Tirana 043, 1143, 1705, 1706, 1707, 1709, 1764, 2247, lect 1207, lect 1433, lect 1434, lect 2353, lect 2372 und aus Valona 2252 und 2253. Zugleich wurde bei der Verzeichnung auch schon darauf hingewiesen, dass sich womöglich alle diese Objekte nunmehr im Staatsarchiv in Tirana befinden könnten.
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Die bislang durchgeführten Untersuchungen haben ergeben, dass folgende 23 Handschriften tatsächlich im Staatsarchiv
von Tirana nachgewiesen sind: 043, 1141, 1143, 1705, 1706, 1707, 1709, 1764, 2244, 2245, 2246, 2247, 2252, 2253, 2514,
lect 758, lect 882, lect 1204, lect 1207, lect 1433, lect 1434, lect 2353, lect 2372.
Die 1142 hat ihren Weg in die USA gefunden: 250 Blätter liegen in Cambridge/Mass., Harvard University Houghton
Libr., MS Typ 215, ein weiteres Blatt mit einer Miniatur des Evangelisten Johannes liegt in Washington/D. C., Dumbarton Oaks, acc. no. 58.105.
Damit kann als ein Zwischenergebnis festgehalten werden, dass sechs der 30 Handschriften noch nicht wieder
sicher lokalisiert werden konnten. Allerdings sind im Staatsarchiv von Tirana weitere, bislang unbekannte
Handschriften vorhanden. Elf davon werden nunmehr auch in der Liste geführt: 2900, 2901, 2902, 2903,
lect 2439, lect 2440, lect 2441, lect 2442, lect 2443, lect 2444, lect 2445.
Rod Mullen hat die Handschriften im Jahr 2001 in Tirana gesehen und beschrieben und ein Team des CSNTM
hat sie dort im Juli 2007 fotografiert. Für diese Handschriften gibt es aktuell leider keine Veröffentlichungsrechte,
Beispielfotos können jedoch auf der Homepage des
CSNTM
angesehen werden.
Zahlreiche Blogs reagieren auf die Veröffentlichung des NT.VMR mit Lob, Anerkennung und konstruktiver Kritik. Darüber freuen wir uns sehr! Lesen Sie hier die Meinungen.
Verschaffen Sie sich durch Klick auf das Icon einen Überblick, welche Handschriften frei zugänglich oder zugangsbeschränkt sind.
Mit der Implementierung des Zugangssystems können nun kontinuierlich Handschriften im NT.VMR eingestellt werden, die einer Zugangsbeschränkung unterliegen. Ab sofort finden Sie die Scans folgender Minuskeln im NT.VMR: 3, 31, 69, 346, 700, 706, 828, 1342, 1509, 1574, 1582, 1593, 1675, 1718, 1729, 1823, 2538, 2570, 2638, 2744, 2766. Mit heutigem Tag sind nun insgesamt 52 Handschriften online.
Die Papyri P119 bis P125 werden in digitaler Qualität online im NT.VMR präsentiert.
Im Juni 2009 fand in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB), dem Center for the Study of New Testament Manuscripts (CSNTM) und dem INTF eine erste Digitalisierungskampagne statt, in deren Verlauf
5 neutestamentliche Handschriften neu digitalisiert wurden. Es handelt sich um die Majuskeln GA 0142 und 0208 sowie die
Minuskeln GA 427, 1929 und 2889. Die Majuskel GA 0208 ist ein sehr schwer zu lesender Palimpsest, der mit UV-Licht
photographiert wurde. Die Handschriften können im VMR frei zugänglich angesehen werden.
Ein Bericht von Dan Wallace kann hier gelesen werden:
Zu jeder neutestamentlichen Handschrift ist im Archiv des INTF eine Akte vorhanden, in der unterschiedlichste Informationen gesammelt sind. Diese Dossiers sollen nach und nach im NT.VMR veröffentlicht werden. Jetzt sind zu folgenden Papyrushandschriften die ersten Dossiers als pdf-Dateien zugänglich: P1, P20, P21, P22, P26 und P37. Sie erreichen die Dossiers über die Auswahl der entsprechenden Handschrift in der "Liste".
Die Blätter des Papyrus 46 sind auf zwei Institutionen verteilt: der größere Teil (56 Folien) liegt in der Chester Beatty Library (Dublin), der kleinere (30 Folien) gehören der Universitätsbibliothek in Ann Arbor (Michigan). Alle 30 Folien aus Ann Arbor, die über Apis zugänglich sind, können auch im NT.VMR (reading mode) betrachtet werden. Klicken Sie auf den Button "VMR" → "read manuscripts" → "P46"
Auf der Basis der von Kurt Aland herausgegebenen "Kurzgefasste Liste der griechischen Handschriften des Neuen Testaments" ist eine digitale Handschriftenliste in einer ersten Betaversion online. Es können entweder alle Handschriften, einzelne Handschriften oder Handschriftengruppen angezeigt werden. Suchfunktionalitäten werden in der endgültigen Version zur Verfügung stehen. Klicken Sie unter der Rubrik Manuscripts auf den Button "List".
Um die Funktionalitäten des VMR nutzen zu können, müssen gewisse technische Voraussetzungen erfüllt sein. Weitere Informationen finden Sie in den FAQs.
Die Url-Adresse der Startseite des NT.VMR wurde verändert. Die alte Adresse mit der Endung .html wurde mit .php ersetzt. Eine automatische Weiterleitung sorgt dafür, daß die neue Seite erreicht wird. Wir bitten Sie – falls Sie die Seite in Ihren Lesezeichen (im IE: Favoriten) gespeichert haben – die Lesezeichen entsprechend anzupassen.
Nach der erfolgreichen Testphase wird das Zugangssystem nun in Betrieb genommen. Unter dem Stichwort "Experten mode" → "Registration" findet man Informationen zum Zugangssystem in deutscher und englischer Sprache sowie die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen. Registrierte User können sich dann direkt unter "VMR-Expert" einloggen.
Das INTF bietet in Kooperation mit den besitzenden Institutionen im VMR Zugang zu neutestamentlichen Handschriften. Dabei verfolgt das INTF das Ziel, die Handschriften für alle Nutzer frei zugänglich anbieten zu können. Manche Handschriften können jedoch unter Beachtung der Bestimmungen der besitzenden Institutionen momentan noch nicht frei angeboten werden. In diesen Fällen stehen die Bilder nur einem kleinen Expertenkreis nach Anmeldung am Zugangssystem zur Verfügung. Das Zugangssystem wird in Kürze in Betrieb genommen werden. Frei zugänglich sind nach wie vor alle frei gegebenen Handschriften, aber auch die Thumbs und - wenn vorhanden - die Transkripte der zugangsbeschränkten Handschriften.
Der NT.VMR Viewer wird in drei verschiedenen Modi zur Verfügung gestellt. Diese Modi bedienen unterschiedliche wissenschaftliche Bedürfnisse. Der Modus "read manuscripts" ermöglicht das Lesen einer Handschrift, wobei gleichzeitig Bild und (sofern vorhanden) Transkript einer folio-Seite angezeigt werden. Der Modus "browse manuscripts" listet alle Handschriftenbilder untereinander auf. Dies erlaubt einen raschen Überblick einer Handschrift und ist ein wichtiges Instrument bei der Indizierung. Der Modus "compare manuscripts" erweitert den Viewer zu einem paläographischen Arbeitsinstrument, indem z.B. eine neu entdeckte Handschrift direkt mit einer zweiten Handschrift oder einer Beispielsammlung online verglichen werden kann. Um einen Viewer Modus auszuwählen, klicken Sie auf den Button "VMR".
Navigationsfunktionalitäten erweitert, Thumbnailisierungsphase
Navigation improved, thumbnails available
(2009-09-20)
Die Darbietung der Handschriftenliste wurde neu strukturiert. Man kann die Handschriftenliste nach Objekt-ID, nach aktuellen Gregory-Aland-Nummern und nach ehemaligen GA-Nummern selektieren. Wenn eine Handschrift im NT.VMR vorhanden ist, können die Bilder direkt aus der Liste heraus im Viewer angezeigt werden. Klicken Sie unter der Rubrik Handschriften auf den Button "Liste".
Der "New Testament Virtual Manuscript" - Viewer ist in einer ersten
Betaversion (0.1) online. Klicken Sie unter der Rubrik Handschriften auf den Button "VMR"
The "New Testament Virtual Manuscript" – Viewer is available online in Beta (0.1). Click "VMR" under "Manuscripts".
(2009-06-29)
NTT Verlinkung, Beiträgerfunktionalität, Logo
Link to New Testament Transcripts and Contributors, Logo
(2009-02-10)
Erstellung des Startseite
NT.VMR hompage designed
(2009-01-19)
Die Rechte an den Bildern im NT.VMR gehören vielen unterschiedlichen Institutionen, Bibliotheken und Klöstern. Deswegen sind die Bilder jetzt im NT.VMR - read mode mit den besitzenden Institutionen verknüpft. Unter dem Bild findet man hinter dem Hinweis "©image:" die farblich hervorgehobene Bibliotheksnummer. Nach Anklicken werden Angaben zur Institution und ein Überblick an griechischen, neutestamentlichen Handschriften geboten, die dieser Institution gehören.